Karl Fred Dahmen: Das Prinzip Landschaft

Ausstellung im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst vom 22. September bis 5. November 2017

20.09.2017

Karl Fred Dahmen, einer der Pioniere der deutschen Nachkriegskunst (1917-1981) wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt das MKM Museum Küppersmühle die bislang umfangreichste Retrospektive des Künstlers mit Gemälden, Collagen und Objekten aus allen wichtigen Schaffensphasen. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Leopold- Hoesch-Museum in Düren, wo Dahmens grafisches Werk zu sehen sein wird. „Mit der Ausstellung möchten wir das umfangreiche und vielschichtige Werk des Künstlers wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken und Dahmen als einen der Väter der deutschen Nachkriegsmoderne würdigen“, unterstreicht MKM-Direktor Walter Smerling. Gut 110 Werke aus drei Jahrzenten sind bis zum 5. November im Museum Küppersmühle zu sehen, weitere 75 in Düren.

Ausgehend vom Frühwerk legt das Museum Küppersmühle den Fokus auf die abstrakten und informellen Gemälde der 1950er- und 1960er-Jahre sowie die Objektkästen und Polsterbilder der späten 1960er- und 1970er-Jahre und schlägt den Bogen bis zu den ‚Furchenbildern‘, mit denen Dahmen in den letzten Jahren vor seinem Tod zur Leinwand zurückkehrt.

Wie vielen seiner Künstlerkollegen ging es ihm um nichts weniger als einen grundlegenden Neuanfang in der Kunst nach der Zäsur durch Nationalsozialismus und Weltkrieg. Als Mitbegründer der Gruppe 53 und Teilnehmer der documenta II ist Dahmens Name insbesondere mit dem deutschen Informel verbunden, dabei hat er die „Abstraktion als Weltsprache“ immer als Experiment mit offenem Ausgang begriffen. „Er hinterfragt unablässig sein künstlerisches Schaffen und entwickelt sich und seine Kunst immer wieder weiter“, so Kuratorin Ina Hesselmann. „Dabei erprobt er sich in verschiedenen Techniken wie Malerei, Collage und Montagen bis hin zu raumgreifenden Installationen. Er ist Maler, Grafiker und sogar ein guter Handwerker, wenn man an die Objektkästen denkt.“

Im Unterschied zu Künstlerkollegen wie K.O. Götz oder Bernard Schultze steht bei Dahmen nicht das Expressive, Gestische im Mittelpunkt. „Ich bin niemals in diesem Sinne ein echter Informeller oder Tachist gewesen“, hat der Künstler über sich selbst gesagt. Seine Werke lassen sich eher als ‚Farblandschaften‘ beschreiben: Kontrollierte Kompositionen, die sich aus dicken, krustigen Lagen erdiger Farbe entwickeln, sogenannte ‚terrestrische‘ Bilder. Wie ein Landschaftsgestalter trägt Dahmen Schicht über Schicht auf, um die Strukturen wie ein Archäologe unmittelbar wieder freizulegen.

Zunehmend sprengt der Künstler den Rahmen seiner Leinwände: Zunächst durch reliefhaften Farbauftrag, später durch das Einfügen von Fundstücken und Alltagsgegenständen wie Schläuchen oder Metallteilen. Diese sogenannten ‚Montagebilder‘ sind der erste Schritt in die Dreidimensionalität, denen ab Mitte der 1960er Jahre unterpolsterte Bilder und Objektkästen folgen: Mit Glas verschlossene Bildkästen, in deren Innerem Fundstücke versammelt sind. Das Material für diese Werke findet Dahmen auf Schrottplätzen oder Müllkippen. Die Gegenstände wählt er nach formalen, ästhetischen Gesichtspunkten aus und bringt sie in einen neuen Kontext. „Karl Fred Dahmen ist in seiner Art durch und durch ein Macher, kein Denker“, erläutert Hesselmann zur Vorgehensweise des Künstlers. Das Experimentelle, Handwerkliche ist sichtbarer Teil des Werks.

Ob experimentelles Objekt oder ‚ traditionelle‘ Leinwand, Grafik oder Collage: Die Konstante in Dahmens Werk sind Landschaften. Sie haben ihm zeitlebens unmittelbare Impulse für sein Werk geliefert, zunächst die aufgebrochenen Industrielandschaften seiner Heimat Stolberg bei Aachen, später die satten bayerischen Landschaften des Chiemgau. „Das Prinzip Landschaft“ – so der Titel der Ausstellungen – war sein Lebensthema. Dabei ging es nie um das Abbilden, sondern um das Neu-Bilden: „Ich male keine Landschaft, ich mache eine“, hat Dahmen formuliert und damit sein Lebenswerk auf den Punkt gebracht.

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