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Duisburg Innenhafen                                                                              Artikel vom 12.07.2008

 

 

Museum in den Wolken
Umbau Küppersmühle
Anfang 2009 soll mit dem Erweiterungsbau für das Museum Küppersmühle begonnen werden.Evonik und das Land NRW beteiligen sich an der Finanzierung
 
Die Schätze der Deutschen Nachkriegskunst erhalten ein Museum in den Wolken. In luftiger Höhe, auf dem Dach der Küppersmühle, soll wohl spätestens Anfang 2009 mit dem Erweiterungsbau der Schweizer Star-Architekten Herzog & de Meuron begonnen werden. Zunächst war davon die Rede, bereits im September dieses Jahres mit dem Bau zu beginnen (wir berichteten).
An den Kosten von etwa 24 Mio Euro wird sich das Unternehmen Evonik als Sponsor mit rund zehn Mio Euro und das Land NRW mit der gleichen Summe beteiligen. Wie Dietmar Cremer, Vorstandsvorsitzender des Gebäude-Eigentümers Gebag, weiter bestätigte, werde der Rest des Geldes von der für das Museum zuständigen Stiftung für Kunst und Kultur akquiriert.

Nach Aussage von Cremer finden derzeit noch "wegweisende Gespräche" über die Planungen für das ehemalige Mühlengebäude von Küppers & Werner am Philosophenweg statt, in dem sich seit 2005 die Sammlung der Wella-Erbin Sylvia Ströher und ihres Mannes Ulrich Ströher befindet. Wie berichtet, hatte das Paar durch den Ankauf der Sammlung von Hans Grothe zum Preis von damals rund 50 Mio Euro ihren Schatz noch erheblich vergrößert. Und da für die zahlreichen Exponate der bisherige Ausstellungsraum in der von Herzog & de Meuron zum Museum umgestalteten Mühle zu eng geworden war, diskutiert man bereits seit Jahren über einen Erweiterungsbau. Nachdem dieser zunächst einen Platz in Richtung A 59 vor dem Museum erhalten sollte, einigten sich die Beteiligten, den Anbau in Form eines Quaders auf das Museumsdach zu legen. Damit würde sich das denkmalgeschützte Gebäude und auch die Speichermeile am Innenhafen optisch erheblich verändern. So gab es nach der Veröffentlichung der entsprechenden Computer-Animation teilweise heftige Kritik an der architektonischen Gestaltung des Erweiterungsbaus, der auch als "Schuhkarton" bezeichnet wurde. Wie sowohl Dietmar Cremer als auch Museumsdirektor Walter Smerling erklärten, soll es aber bei diesem Entwurf bleiben. Zu klären seien, so Cremer, "noch die Frage es Materials und die energetische Situation des Gebäudes", das zum Kulturhauptstadtjahr 2010 der Innenhafen-Skyline ein neues Gesicht geben wird. Besucher der dann hier gezeigten Sammlung können die Räume auf dem Museumsdach über Aufzüge erreichen.

Die Frage, ob der Rat der Stadt politisch bei dieser Entscheidung eingebunden war, verneint Cremer: "Die Politik hat nicht über Architektur zu entscheiden."

© WAZ 12.07.08 - Thomas Becker


 

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