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Sie spielten Cowboy und Indianer
Die WDR-4-Beachparty ließ am Samstag einen Hauch von Mallorca und Ballermann durch den Innenhafen ziehen. Stars wie Jürgen Drews, Olaf Henning, Berhard Brink und Ireen Sheer trugen ihren Teil dazu bei.
Was sind schon Millionen Raver, die zu harten Technobeats durch Dortmund zappeln, wenn im heimischen Innenhafen ein kollektives Massenerlebnis ganz anderer Art lockt? Zugegeben, die Besucher der WDR-4-Beachparty waren anstatt mit Netzstrümpfen und Lack-Klamotten wohlwissend mit Schirm und Regencape ausgestattet. Gemütliches Schunkeln als Kontrastprogramm zum Hochgeschwindigkeitstanz der Elektrojünger, zünftige Bierbänke gegen neumodische "Floats".
Auch wenn sich beide Veranstaltungen zunächst so gar nicht ähneln wollen, war die Euphorie der Besucher doch die gleiche: "Wir freuen uns schon lange auf diesen Abend", erklärt ein schunkelndes Damenduo. "Dafür sind wir sogar extra aus Dortmund angereist. So viele Stars der Szene sieht man schließlich nicht oft auf einen Schlag." Urplötzlich verwandelt sich das gemütliche Schunkeln der beiden Dortmund-Flüchtlinge in eine ausgeklügelte Choreographie, die selbst die Raver in Dortmund nicht besser hätten darbieten können. "Komm hol' das Lasso raus, wie spielen Cowboy und Indianer...", fordert Schlagerbarde Olaf Henning seine Anhänger zum Tanzspiel auf. Und alle spielen mit.
Knapp 7 000 Menschen schoben sich bereits am Mittag über den Yitzak-Rabin-Platz im Innenhafen. Zwischenzeitliche Regenschauer ließen die Zuschauerzahlen über den Tag hinweg schwanken, bis sie sich gegen Abend bei etwa 20 000 begeisterten Schlagerliebhabern eingependelt hatte.
Erstes Highlight war ohne jeden Zweifel der Auftritt vom selbsternannten "König von Mallorca", Jürgen Drews, der mit seinen in die Jahre gekommenen Gassenhauern, wie "Ein Bett im Kornfeld", das Publikum zum Mitsingen animierte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Besucher sicher froh, dass sie sich für den schützenden Schirm und gegen die schmückenden Netzstrümpfe entschieden hatten. Ein Regenschauer sorgte dafür, dass aus der Beachparty eine Schlammparty wurde und sich Jürgen Drews vergewissern musste, ob seine Zuhörer noch anwesend waren. Nein, die Schlagerfreunde rissen nicht wegen seines seichten Gesangs aus, sie versteckten sich zwischenzeitlich nur unter ihren Regenschirmen, bis die Sonne sich wieder zeigte.
So wurde im Innenhafen noch bis elf Uhr nachts ausgelassen geschunkelt und getanzt, während die Raver in Dortmund in ihren Netzstrümpfen und Lackhosen pitschnass wurden.
© WAZ 21.07.2008 - Nadine Parchem
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