Ein Zuwendungsbescheid über 100.000 Euro ist heute Oberbürgermeister Adolf Sauerland zugestellt worden. Mit diesen Mitteln aus dem Denkmalförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen können die ersten Sanierungsmaßnahmen an der historischen Stadtmauer durchgeführt werden.
Die Duisburger Stadtmauer ist eines der besterforschten mittelalterlichen Mauerwerke im deutschen Sprachraum. Leider ist nicht nur im zweiten Weltkrieg der größte Teil der ursprünglich 2,5 Kilometer langen Stadtmauer, die einst die komplette Altstadt umschloss, zerstört worden, sondern auch danach. Übrig geblieben sind verschiedene Einzelabschnitte mit einer Gesamtlänge von 670 Metern. Der größte zusammenhängende Teil befindet sich am Innenhafen zwischen Corputiusplatz und Springwall. Der sprichwörtliche Zahn der Zeit hat allen Objekten mächtig zugesetzt. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, war die Stadt Duisburg gerade in den zurückliegenden Jahren gezwungen, an einigen Mauerabschnitten immer wieder Reparaturen durchführen.
Die Gesamtkosten der jetzt auf fünf Jahre angelegten Sanierungsmaßnahme belaufen sich auf insgesamt 955.000 Euro. Die Hälfte der Sanierungskosten werden vom Land übernommen. Mit den jetzt bewilligten 100.000 Euro wird die Hälfte der Kosten für den ersten Bauabschnitt, der die Bereiche der Stadtmauer am Kuhlenwall, an der Obermauerstraße und an der Josef-Kiefer-Straße umfasst, gedeckt. Die andere Hälfte wendet die Stadt Duisburg im Rahmen ihrer Verkehrssicherungs- und Denkmalschutzpflichten auf. Die Zuschüsse für die folgenden Bauabschnitte werden nach und nach beantragt.
Für Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist die Sanierung der historischen Stadtmauer genauso ein Beitrag zur Umsetzung des Masterplans von Lord Norman Foster wie die vielen Neubauprojekte am Innenhafen und in der City. Die Sanierung der alten Stadtmauer ist ein wichtiger Beitrag für die von Foster geforderte „Rückbesinnung auf die eigene historische Identität“. Das Sanierungskonzept wurde mit der Unteren Denkmalbehörde in Duisburg und dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege in Brauweiler abgestimmt.