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Duisburg Innenhafen                                                                              Artikel vom 20.11.2008

 

 

Säure-Anschlag auf Mahnmal

Jüdisches Gemeindezentrum
Das Anne-Frank-Mahnmal am Rabbiner Neumark Weg wurde vermutlich mit Salzsäure schwer beschädigt. Der Künstler Prof. Heinz Mack kam am Mittwoch nach Duisburg.

Bereits zum zweiten Mal kam der international bekannte Künstler Prof. Heinz Mack (Jahrgang 1931) aus einem traurigen Anlass nach Duisburg. Sein Mahnmal zum Gedenken an Anne Frank war 2005 von Unbekannten mit Steinwürfen und vermutlich Hammerschlägen schwer beschädigt worden.

Am Mittwoch kam der Mitbegründer der ZERO-Künstlergruppe nach Duisburg, weil abermals ein Anschlag auf sein vor 30 Jahren am Rabbiner Neumark Weg aufgestelltes Mahnmal verübt wurde.

Vermutlich haben der oder die Täter diesmal Salzsäure auf den hochglanzpolierten Granit gespritzt und damit die Oberfläche großflächig verätzt. „Ich habe einen großen Zorn im Leib“, sagte der Künstler, der sich zusammen mit Vertretern der Stadt, der Versicherung und der Presse gestern den Schaden ansah. Erschüttert ist er über die zielgerichtete Aggressivität. Wer Salzsäure oder Ähnliches benutzt, der wisse, was er damit erreicht.

Die Vorderseite des Mahnmals ist so schwer beschädigt, dass der Spiegelungseffekt des schwarzen Granits aufgehoben ist. Die künstlerische Absicht, ein Mahnmal zu schaffen, bei dem der Betrachter eine „Begegnung mit sich selber“ erfährt, ist mit dem Säure-Anschlag zerstört worden. Die Tatsache, dass das Mahnmal in zeitlicher Nähe zum Gedenktag an die Reichspogromnacht beschädigt wurde, nährt den Verdacht, dass die Tat von unverbesserlichen Nazis und/ oder Antisemiten verübt wurde. Zu denken gibt, dass einige Tage nach dem Säure-Anschlag auf das Anne-Frank-Mahnmal mehrere Skulpturen im Kant-Park, darunter Lehmbrucks Knieende und Meret Oppenheims „Der grüne Zuschauer“ mit Nazisymbolen besprüht wurden.

Strafanzeige erstattet

Die Täter benutzen hier weiße Farbe, die nach der fotografischen Dokumentation der Schändung sofort entfernt wurde. Ob beide Taten zusammenhängen, ist nicht bekannt. In beiden Fällen wurde Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Recherchen ergaben, dass das Anne-Frank-Mahnmal zwischen Donnerstagnachmittag, 6. November, und Freitagmorgen, 7. November , beschädigt wurde. Hinweise an die Polizei, Tel. 0203 / 2800.

Prof. Heinz Mack hofft, dass das Mahnmal repariert werden kann. Der Stein muss abgeschliffen und neu poliert werden. „Ich hoffe, ich muss aus ähnlichen Anlässen nie mehr nach Duisburg kommen“, sagte der sichtlich erschütterte Künstler.

© RP 20.11.2008 Peter Klucken



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