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Duisburg Innenhafen                                                                              Artikel vom 22.11.2008

 

 

"Schuhkarton" contra "Landmarke"

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SPD übt heftige Kritik an der geplanten Erweiterung der Küppersmühle und sieht finanzielles Risiko. CDU lobt alle daran Beteiligten.

"Die Frage war nicht, wie man optimal eine Erweiterung hinbekommt, sondern wie knallig der Anbau ist. Diese Architektur übernimmt keine dienende, sondern eine protzige Funktion." Jügen C. Brandt, OB-Kandidat der SPD, sparte gestern nicht mit Kritik an dem geplanten Aufbau für das Museum Küppersmühle (wir berichteten). Alt-OB Josef Krings und den Kulturausschuss-Vorsitzenden Winfried Boeckhorst an seiner Seite machte Brandt deutlich, was die SPD von dem spektakulären Projekt hält.

Nicht nur ästhetisch, sondern auch finanziell ist der "Schuhkarton" (Krings) den Sozialdemokraten ein Dorn im Auge. Er habe aus einer sicheren Quelle auf Landesebene erfahren, dass der Bau nicht 30 Millionen E kosten wird, sondern über 40 Millionen, betonte Brandt. "Wer trägt die Differenz? Wer trägt das Risiko?" Das Museum als eine private Einrichtung zu bezeichnen, wie es NRW-Ministerpräsident Rüttgers tut, sei schlicht falsch, so Brandt. "Denn das Risiko als Bauherr trägt eine städtische Gesellschaft, deren Aufsichtsrat das noch gar nicht beschlossen hat. Zudem soll die Gebag auch noch die nicht unerheblichen Betriebskosten tragen."

Wenn die Gebag als Bauherr auftreten solle, müsse rechtlich und politisch ein Aufsichtsratsbeschluss her, fordert Brandt, "vor allem bei diesen Summen". Zudem müsse der Aufsichtsrat der Gebag eine schützende Zusage vom Land, der Stadt oder den privaten Geldgebern verlangen, damit das Risiko nicht allein von der Gebag getragen werden muss. Brandt: "Wenn die Stadt ein Projekt nicht stemmen kann, soll's eine deutliche schwächere städtische Gesellschaft machen. Das kennen wir vom Modell Stadtfenster. Das ist organisierte finanzielle Überforderung."

Alt-OB Krings: "Ein Gag, aber keine Architektur"

"Das ist ein Gag, keine Architektur", urteilte Josef Krings über den Entwurf von Herzog & de Meuron. Für ihn kontakariert der "Karton" die alte Backsteinarchitektur der Innenhafen-Speicher, die bei der Sanierung so gut erhalten worden sei. "Mich würde interessieren, was der Denkmalschützer darüber denkt. Ich weiß, dass Herzog & de Meuron bedeutende Architekten sind, aber das beeinflusst mein Urteil nicht."


Winfried Boeckhorst bemängelte erneut das nicht transparente Verfahren. Bei diesem Projekt gehe es um planerische Aspekte, Denkmalschutz und Ästhetik. Da hätten Rat und Fachausschüsse im Vorfeld einbezogen werden müssen. Boeckhorst: "Letztlich tragen Rat und Ausschüsse die Verantwortung für das, was in dieser Stadt passiert."

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Vogt sieht in dem geplanten Erweiterungsbau eine "einmalige Landmarke" für Duisburg und lobt alle Beteiligten "für ihre Zielstrebigkeit, dieses Projekt in und für Duisburg zu verwirklichen."

Auch Stadplanungsdezernent Jürgen Dressler beglückwünscht Museumchef Walter Smerling, Gebag-Chef Dietmar Cremer und Kulturdezernent Karl Janssen zu dem "bedeutsamen Beitrag" für die Stadtentwicklung. Das könne das in Duisburg so dringend benötigte Arbeits- und Wohninteresse "einkommensstarker, auswärtiger Bürger und Bürgerinnen" auf den Standort lenken. Der würde damit eine Stärkung der wirtschaftlichen Basis erfahren, die sich positiv für alle Einwohner auswirke.

© NRZ 22.11.2008 - U.S.

 



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