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Duisburg Innenhafen                                                                              Artikel vom 13.03.2009

 

 

Kleiner, teurer, später

landesarchiv
Der zum Jahresende 2007 angekündigte Archivbau im Innenhafen wird rund 100 Mio. statt geplante 80 Mio. Euro kosten und wird ein Jahr später fertig.

Im Preis deutlich höher, der Turm deutlich niedriger, auf der Zeitachse deutlich nach hinten geschoben: Das geplante Landesarchiv NRW, das von dem Essener Projektentwickler Kölbl-Kruse für rund 80 Mio. Euro bis zum Kulturhauptstadtjahr 2010 am Innenhafen errichtet werden sollte, wird nun unter veränderten Rahmenbedingungen errichtet werden.

Turm nur 30 Meter hoch

Wesentliche Änderung im Plan: Der private Investor Kölbl-Kruse, der am Innenhafen Büro-Immobilien wie Five-Boats, Looper oder Allgemeine Speicher errichtet hat, ist aus dem Projekt ausgestiegen; stattdessen hat das landeseigene Immobilienunternehmen BLB NRW Ende des vergangenen Jahres die Projektplanung übernommen. „Es war einerseits eine Frage des finanziellen Risikos”, sagte dazu Armin Löwenich, Niederlassungsleiter des BLB in Duisburg, „andererseits waren es aber auch die vielen notwendigen sehr engen Absprachen, die der Bauherr mit dem Mieter, dem Staatsarchiv zu treffen hatte, die es am Ende haben ratsam erschienen ließen, dass wir das Projekt in Eigenregie übernehmen.” Dieser Wechsel, so Löwenich, sei einer der Gründe gewesen, warum sich der anvisierte Baubeginn des Archivgebäudes in dem alten Korn-Speicher am Innenhafen um etwa ein Jahr verzögert habe. „Wir haben die Entwurfsplanung noch einmal komplett in die Hand genommen und hier und dort ein wenig verändert.”
rwsg
Die wesentliche Änderung am Erscheinungsbild des Ende 2007 vorgestellten Modells des Landesarchivs wird am geplanten Archivturm vorgenommen werden. Er war 60 Meter hoch geplant, dann war sogar von 80 Metern Höhe die Rede. Jetzt sind es nur noch 30 Meter. „Eine Frage der Kosten, aber auch der Sicherheit”, sagte dazu der Duisburger BLB-Leiter. A propos „Kosten”: Statt 80 Mio. soll der Bau jetzt gut 100 Mio. Euro kosten.

Nach dem Unglück von Köln

A propos „Sicherheit”: Schon lange vor dem Unglückfsfall des eingestürzten Stadtarchives in Köln habe man in Duisburg den geplanten Archivstandort – direkt neben dem Wasser – auf Herz und Nieren überprüft. „Es gab Probebohrungen, es wurde die Statik rauf- und runtergeprüft. Ergebnis: Wir können hier sicher bauen”, erklärte Löwenich jetzt der NRZ.

Ab Sommer dieses Jahres sollen also die Bagger rollen, die werden dann die alte Zollverwaltung am RWSG-Speicher einreißen. Danach soll dann Zug um Zug mit dem Speicherausbau, dem Turmbau sowie mit dem 120 Meter schlangenförmig langen Archivanbau begonnen werden. In 2011 soll dann alles fertig sein.

An den Inhalten hat sich indes nicht geändert: Nach Duisburg werden das Hauptstaatsarchiv mit den Abteilungen Zentrale Dienste und Grundsatzfragen sowie das Personenstandsarchiv (Brühl) umziehen.

© NRZ 13.03.2009, Stefan Endell



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