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Duisburg bekommt jüdischen Kindergarten
Einen jüdischen Kindergarten mit Platz für bis zu 30 Mädchen und Jungen soll es ab dem Spätsommer in Duisburg geben. Die jüdische Gemeinde übernimmt einen leerstehenden Kindergarten der katholischen Kirche, nur wenige Fußminuten von der Synagoge am Innenhafen entfernt.
„Was lange währt, wird endlich gut”, sagt ein altes Sprichwort. Für Jacques Marx, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Duisburg/Mülheim/Oberhausen, dürfte sich noch in diesem Jahr ein Wunsch erfüllen, den er bereits seit 30 Jahren hegt: die Gründung eines Kindergartens unter der Trägerschaft der jüdischen Gemeinde. Der erste seiner Art in der Stadt. Und: In NRW verfügen nur Köln, Dortmund und Düsseldorf über ähnliche Einrichtungen.
Dieses Projekt, so freut sich Geschäftsführer Michael Rubinstein, nimmt immer mehr Formen an, so dass wohl ab dem 1. August 30 Kinder, egal welcher Konfession, in dem ehemaligen Kindergarten der katholischen Liebfrauen-Gemeinde an der Kardinal-Galen-Straße toben, lachen, singen, spielen, basteln.
Bekanntlich hat die Liebfrauen-Gemeinde einen Kindergarten im „Forum” eröffnet. Seither steht das Gebäude leer. Aufgrund des guten Kontaktes zur jüdischen Gemeinde fragte die katholische Kirche an, ob Interesse bestehe. Es bestand.
Umgestaltung und Ausbau Inzwischen hat die jüdische Gemeinde die Anerkennung als Träger erhalten. Ein Architekt erstellte Pläne zur Umgestaltung und zum Ausbau. Der Bauantrag ist gestellt. Vorbehaltlich der Genehmigung ist beabsichtigt, neben dem Haus einen 150 Quadratmeter großen Anbau zu errichten. Das Innenleben des jetzt leer stehenden Gebäude wird komplett erneuert. Die Sanitäranlagen werden kindgerecht gestaltet. Für die zwei Gruppen mit insgesamt 30 Kindern entstehen sechs Gruppenräume, die aus zwei Haupt-, zwei Neben- und zwei Schlafräumen bestehen, da auch Kinder unter drei Jahren betreut werden.
Zudem gibt es eine Cafeteria und Büroräume. Der gesamte Kindergarten wird eine Größe von 420 Quadratmetern haben. Fünf Erzieherinnen werden die kleinen Jungen und Mädchen betreuen.
„Die Gesamtsinvestition von rund 330.000 € muss die Gemeinde vorfinanzieren”, sagt Rubinstein. Da der Kindergarten jedoch für U-3-Gruppen konzipiert ist, darf die Gemeinde mit einer LVR-Förderung über 226.000 Euro rechnen. Einige Eltern habe ihre Kinder bereits angemeldet. Zudem gibt es mehrere Anfragen.
Informationen gibt Michael Rubinstein unter 0203/298-3076
© NRZ 30.04.2009, Petra Schmidt
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