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"Hammer" schwebt 2010
Am 27. Mai kommt Ministerpräsident Jürgen Rüttgers zum Museum Küppersmühle, um mit einem symbolischen Spatenstich die Bauarbeiten für den nicht unumstrittenen Erweiterungsbau zu starten.
Mittwochabend wurde mit der Eröffnung der Gerhard-Richter-Retrospektive die wohl prominenteste Ausstellung im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst eröffnet. Und außerdem wurde bekannt gegeben, dass am Mittwoch, 27. Mai, offiziell die Bauarbeiten für den Erweiterungsbau des Museums starten. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wird an diesem Tag um 17.30 Uhr am Philosophenweg erwartet, wo er mit einem symbolischen Spatenstich die Einrichtung der Baustelle gewissermaßen besiegelt.
Der Start für die Bauarbeiten erfolgt rund drei Monate später als ursprünglich geplant. In den vergangenen Monaten hatte es verschiedene Irritationen gegeben. So waren die Erweiterungspläne bereits im November 2008 im Beisein von Rüttgers vorgestellt worden. Damals sprach der Ministerpräsident von einem "Feiertag für die Kunst in Nordrhein-Westfalen". Offiziell grünes Licht leuchtete aber erst im Februar auf, als der 15-köpfige Aufsichtsrat der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gebag mehrheitlich für den Ausbau stimmte. Allerdings waren da noch Steuer-Fragen in einer Höhe von 6,5 Millionen Euro zu klären. Obwohl die zuständige Finanzdirektion Düsseldorf nicht so entschied, wie die Duisburger es erhofft hatten, wird nun gebaut. Insider vermuten, dass das Sammlerehepaar Sylvia und Ulrich Ströher, deren Vermögen auf mehrere Milliarden Euro geschätzt wird, mögliche Finanzlücken schließt.
Das Konzept für den Erweiterungsbau stammt vom Architekturbüro Herzog & de Meuron, das auch die Denkmal geschütze Küppersmühle vor zehn Jahren zu einem Museum umgebaut hatte und dafür allseits Lob bekam. Die Kosten für den Erweiterungsbau werden mit 33 Millionen Euro kalkuliert. Das Land und Sponsor Evonik geben dafür jeweils zehn Millionen Euro. Das Unternehmen, das zusätzlich zehn weitere Millionen für das Marketing investieren will, wird auf dem Erweiterungsbau mit einem riesigen Evonik-Schriftzug präsent bleiben. Der Rest der Summe soll von weiteren Privaten kommen, vermutlich von den Wella-Erben Ströher.
Die Bauarbeiten berühren nach Auskunft der Museumsleitung vorerst nicht den Ausstellungsbetrieb, da zunächst in den ehemaligen Silos gearbeitet werde. Erst gegen Ende der Bauarbeiten erfolgen zwei Durchbrüche zum bisherigen Museums. Das wird wohl im Spätsommer 2010 geschehen. Damit wäre das Ziel erreicht, dass der Erweiterungsquader, auch "Hammer" genannt, im Kulturhauptstadtjahr über dem Museum "schwebt".
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© RP 21.05.2009, Peter Klucken |