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Innenhafenfest feierte 10 Geburtstag
Am vergangenen Wochenende feierte der Innenhafen das 10. Internationale Hafenfest. Auch in diesem Jahr war traditionell wieder die Drachenboot-Fun-Regatta dabei. Über 170 Mannschaften fuhren wieder um die Wette... 
Kokser gegen Peking-Enten
Sich mit Freunden einen netten Tag am Innenhafen machen. Das war am Samstag das erklärte Ziel von Elke Schmidt. Damit stand die Duissernerin nicht allein. Denn Drachenboot-Funregatta, Kinderfest der Kindernothilfe, Mittelaltermarkt und Marinamarkt machten aus dem Innenhafen einen wahren Unterhaltungspark.
Doch während zig Tausende eher schlenderten und sich am Trubel ergötzten, war Elke Schmidt ein Aktivposten. Sie zählte zu den Fröschen, einem von 180 Drachenboot-Teams, die am Wochenende nicht nur paddelten, sondern vor allem Spaß in den Backen hatten. „Das ist doch herrlich hier. Wir sind von Anfang an dabei, haben im Fahrerlager schon Freundschaften geschlossen und freuen uns jedes Jahr darauf, die anderen wieder zu sehen”, so Elke Schmidt. Mit dieser Meinung steht sie nicht allein.
Thomas Susing zum Beispiel will auch im nächsten Jahr mit den „Pirates of the Paddelboot” wieder dabei sein, obwohl die Piraten sonst in der Tennis- und Breitensportabteilung des ESV Meiderich Novizen sind: „Hoffentlich werden wir wieder ausgewählt.” Um sich auf das Event am Innenhafen einzustimmen, hat Susing extra bei „ebay” seltsame Strumpfhosen ersteigert, die als Ärmelschoner getragen die Illusion von mächtigen Tattoos vorgaukeln. Halt so richtig Gefahr ausstrahlend, wie es sich für echte Piraten gehört.
Brainstorming in der Kneipe
Das Team der Suppenkaspar hält dagegen nicht, was der Name verspricht. Von wegen Suppe. Bier aus richtig großen Fässern dient als Doping für die Paddelstrecke. Und Germany's next top Dragons haben sich ihren Namen – wie sollte es anders sein – in der Kneipe ausgedacht. Auch wenn Brigitte Ackers und Alexandra Mölleken beteuern, dass zum Zeitpunkt des Brainstormings kein Alkohol im Spiel war.
Gleiches Publikum, hundert Meter weiter: Fünf Steinmetze zeigen ihr Können auf dem Ludwigforum. Warum? „Weil die Friedhofskultur den Bach runter geht”, findet Altgeselle Thomas Orth klare Worte zu aus Indien importierten Grabsteinen. Dabei können die hiesigen Steinmetzte richtig was. Dabei zeigt Orth stolz auf das grün-graue Boot aus hessischem Diabas, das langsam entsteht. Interessiert die Besucher das? „Ja, wir hatten bisher regen Zulauf.”
Nebenan lockt das Kinderfest der Kindernothilfe. Während die Erwachsenen ihre Füße ausruhen, heißt es für die Kinder „Action” an den verschiedenen Spielstationen.
Noch ein paar Meter weiter locken so seltsame Gestalten wie Mundschenk Zündor Wolfsglut oder Trommlerin Aradia von Sultarello ins Mittelaltergeschehen. Kegelbahn mit Totenkopf als König inklusive.
Auf den letzten Metern zum Johannes-Corputius-Platz gibt es noch jede Menge Stände mit Krimskrams. Und am Ende bietet sich die Gelegenheit zur Schlemmerpause auf dem Marinamarkt. Mehr geht kaum.
© NRZ 15.06.2009, Svenja Aufderheide
Im Zeichen der Drachen
Die Stimmung ist gut. Auf den Stegen sonnen sich Mädels, lächelnde Sportler und gut gelaunte Zuschauer strömen zum Innenhafenfest. Alles steht im Zeichen des Drachen. Im Vergleich zu den „Run”-Mannschaften, die am Sonntag ihre Bahnen durch das Innenhafenbecken ziehen, haben die „Fun”-Teams traumhafte Bedingungen: Strahlender Sonnenschein und ruhiges Gewässer sind gute Voraussetzungen für Spitzenzeiten.
Die Jungs und Mädels vom „Zellblock 08/15” zupfen ihre Sträflingskleidung zurecht. Bevor sie ins Boot klettern, begrüßen sie die Gegner mit einem herzlichen „Sauft ab, sauft ab”. Sie und die anderen starten im „Gebag Cup”. Um den Erfolg aus dem Vorjahr zu verteidigen, haben sie im Vorfeld ordentlich trainiert.
Oberbürgermeister Adolf Sauerland schaut sich das Spektakel von der Seite an. Er feuert lieber an, als dass er sich selbst ins Zeug legt. So wünscht er jedem gleichermaßen Glück. Immerhin: Die beiden großen Parteien liegen leicht vor den Grünen. Auf dem Wasser stimmen die Verhältnisse! Die Politiker schneiden denn auch besser ab als das Medienboot. Sabine Smolnik, Pressesprecherin der Duisburger Philharmoniker, hat immerhin Sport studiert. „Wir sind hoch motiviert. Dafür sind wir lustiger als die anderen. Dabei sein ist alles.” Der Moderator findet keine Gnade und spottet: „Energie Cottbus war auch motiviert...” Da haben die Mitarbeiter der Orco Gruppe, die das H2-Office bauen, besser lachen. Sie haben Heimvorteil, sind die Schnellsten und kommen ganz sicher ins Finale. Dieter Evertz gratuliert den Kollegen: „Ich habe euch den größten Gefallen getan, weil ich nur am Rand dabei stand.”
Während die Sportler noch frotzeln, tauchen die Zwillinge Jan und Lars (8) in eine andere Welt ein. Sie haben die Mittelalterzelte am Garten der Erinnerung entdeckt. Dort hat die „Veytaler Ritterschaft” ihre Zelte aufgeschlagen. Spannend ist es dort. Und wie die reden. Das beste Spielzeug haben sie auch – echte Schwerter. Da können die Playmobil-Varianten nicht mithalten. Mit „Wums” hauen sie auf das Schild von Norbert von Thule ein. Die Mutter steht daneben und zittert mit: „Pass auf, halt das Schwert nicht so hoch, sonst hat das gleich noch einer in der Nase hängen”, warnt sie.
Da ist so ein Bummel vorbei an Kunsthandwerkerständen für die Eltern entspannter. Frauen und Männer mit extravaganten Brillen bieten hier Kunstvolles für den Garten, handgeschnitzte Souvenirs aus Afrika, duftende Seifen und etliche Ketten an. Passend dazu zeigen Steinmetze aus Duisburg, dass ihr Job nicht nur darin besteht, Grabsteine zu gestalten, sondern sie ebenso Skulpturen und andere Formen in Stein hauen können.
Mit einem Spiel sammelt die Kindernothilfe Spenden für ein Projekt in Honduras. 20 Cent sollen auf eine Tafel Schokolade geworfen werden. Wird sie getroffen, gehört sie dem Spieler. Meist fällt das Geldstück daneben. „Wir beteiligen uns an dem Innenhafenfest, weil wir mit Duisburg eng verbunden sind”, erklärt Uli Dörr von der Kindernothilfe. Und während die Jungen und Mädchen sich vom Clown Püppi unterhalten lassen, packen die Väter die Paddel wieder ein. Bis zum nächsten Jahr.
© WAZ 15.06.2009, Fabienne Piepiora
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