Duisburg Innenhafen

 

Innenhafen Duisburg

NRZ 

Rheinische Post 

WAZ 

 

SAAL2 - House für Liebhaber!

Friseur Queens

 

Meldungen:

Loveparade

2009-11-24
2009-12-01
2009-12-04
2009-12-06
2009-12-07
2009-12-08
2009-12-09
2009-12-091
2009-12-10
2009-12-11
2009-12-12
2009-12-13
2009-12-16
2009-12-17
2009-12-28

 

Duisburg Innenhafen Aktuell                                                         Artikel vom 29.12.2009

 

 

Schätze aus dem wilden Westen

stadtmuseum
Der Baunternehmer Karl E. Hitzbleck schenkt dem Kultur- und Stadthistorischen Museum wertvolle Karten. „Etwas ganz Besonderes”, so Dr. Susanne Sommer, Direktorin des Museums, stellen die seltenen Schätze dar.

1872. Ruhrort, Orsoy, Wesel. Der Kartograf zeichnet die Blätter 15, 16 und 17 seiner Rheinstrom-Serie. Abbildungen von fast noch idyllischen Flusslandschaften, auf denen der Betrachter allerdings die Vorboten der Industrialisierung schon erkennen kann. „Etwas ganz Besonderes”, so Dr.Susanne Sommer, Direktorin des Kultur- und Stadthistorischen Museums, stellen die drei seltenen Schätze dar, die das Museum als Geschenk entgegen nehmen durfte.

Der Bauunternehmer Karl E. Hitzbleck, Spross einer alten Duisburger Unternehmer-Dynastie, hat gut 40 Jahre lang in seinem Büro des neoklassizistischen Prachtbaus an der Mülheimer Straße neben dem Goerdeler-Park auf diese alten Landkarten geschaut. Sein Blick fiel in den Arbeitspausen auf Häuser, Dörfer, auf langsam wachsende Städte und auf die ersten Hochofenanlagen dieser Region, in der seine Familie ihre Geschichte in die Steine der alten Gebäude und Industrieanlagen schrieb. Karl E. Hitzbleck, Enkel von Karl Hitzbleck, der die Firma im Jahr 1897 – 25 Jahre nach dem Druck der Karten-Serie – gründete, hat sich jetzt mit 70 Jahren aus seinem Büro verabschiedet und die Geschäfte der Firma in jüngere Hände gegeben. Gleichzeitig trennte er sich auch von seinen wertvollen Karten, die demnächst im Kultur- und Stadthistorischen Museum zu sehen sein werden. „An einem guten Platz”, wie Susanne Sommer sagt.

Gerade ist die neue Rheinbrücke zwischen Rheinhausen und Hochfeld in Betrieb genommen worden, und die Niederrheinische Hütte, die Hütte Vulkan und die Hütte Phönix in Ruhrort sind in diesen Pionierzeiten der beginnenden Industrialisierung in der alten Bauernlandschaft erste rußige Marken einer neuen Zeit. August Thyssen wird sein gigantisches Werk in Bruckhausen erst noch vollenden müssen, und dort, wo später Krupps Hochöfen in Rheinhausen glühen werden, grast noch das Vieh auf der Weide. Wer die alten Karten dieser Serie genau studiert, erhält einen präzisen Einblick in eine damals sich jäh verändernde Region, in der die Familie Hitzbleck tatkräftig mithalf, an dieser Veränderung mitzuarbeiten.

Doch Karl Hitzbleck – langjähriges Mitglied und Vize-Präsident der IHK sowie Repräsentant der Duisburger Bauindustrie – und seine Mitarbeiter bauten nicht nur Industrieanlagen und mächtige Brücken, sondern hinterließen auch mit den Wohnhäusern und Verwaltungsgebäuden der Stadt Zeugnisse der Firmen- und Stadtgeschichte. „Das Stadthaus, das Anna-Krankenhaus, die Christuskirche in Neudorf und das Solebad in Mülheim-Raffelberg”, zählt Karl E. Hitzbleck auf, stammen aus dem Hause Hitzbleck.

Und was der Krieg zerstörte, wurde danach wieder aufgebaut – wiederum von den Belegschaften der Firma Hitzbleck, die mit der damals florierenden Nachkriegskonjunktur wieder neue Stärke und Bedeutung gewann.

„Dort, wo heute das Theater steht”, so Hitzbleck, war einst der Hof seines Urgroßvaters Johann Hitzbleck, einem Bauern und Viehhändler. „Im Wasserviertel, das so hieß, weil es die Ruhr noch vor dem Bau des Innenhafens häufig überflutete”, weiß der Unternehmer, der sich im Gespräch als feinsinniger und intellektueller Geist präsentiert und so gar nichts von dem raubeinigen Charme hat, den man robusten Bauunternehmern immer gerne nachsagt. Karl E. Hitzbleck studierte Betriebswirtschaft an der Freien Universität in Berlin, wo er sich 1968 – in wilden Zeiten – auch politisch betätigte. Aber als dort rebellische Studenten die ersten Farbbeutel warfen, hielt der Student aus Duisburg auf Distanz. „Wehret den Anfängen” war seine Devise und die seiner politisch nicht auf der linken Seite marschierenden Freunde. Ob er auch Rudi Dutschke kennen gelernt hat? „Aber ja”, sagt Karl E. Hitzbleck, „und auch Rainer Langhans.”

Nach dem Studium stieg er ins Familienunternehmen ein, wo er Höhen und Tiefen erleben durfte. Karl E. Hitzbleck galt immer auch als Freund der Gewerkschaften, als Vertreter einer familiären Firmengemeinschaft, als Kämpfer für eine gute Ausbildung und als Verbündeter seiner Mitarbeiter.
Bereits vor einigen Jahren hatte er sich als Geschäftsführer aus der Firma verabschiedet, doch eine heftige Krise zwang ihn, sich noch einmal hinter seinen Schreibtisch zu setzen. „Es waren schwierige Jahre”, sagt der Enkel des Firmengründers Karl Hitzbleck, der allerdings gemeinsam mit seinen zwei Söhnen Gesellschafter des Unternehmens bleiben wird.

Prominenter Prokurist des Hauses war übrigens über drei Generationen Duisburgs Oberbürgermeister August Seeling (1906-1998). Er hätte die Idee, die drei alten Karten, die übrigens aus einer Antiquitätenhandlung stammen, dem städtischen Museum und damit der Duisburger Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, mit Sicherheit unterstützt.

© WAZ 29.12.2009, Thomas Becker


>> Kultur- und Stadthistorischen Museum 



>> Werben am Innenhafen



Anzeige

Suche im Innenhafen


www Innenhafen

 

 

innenhafenlauf

Newsletter

 

zu Favoriten hinzufügen

 

Innenhafen-Portal als Startseite

Home

I

Impressum

I

Disclaimer

I

AGB

I

Mediadaten

I

Email

I

Werbung


© Innenhafen-Portal  - Ein Projekt von Webservice-Thiem

duisburg   discotheken   innenstadt   com   net  org   loveparade   forumduisburg   senioren   marbella