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Jugend interpretiert Kunst
Der Deutsche Bank Stiftung Jugend-Kunst-Preis geht in diesem Jahr nach Essen, Duisburg und Dresden. Am 25. Januar nahmen die Schüler ihre Preise von Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff entgegen. Die teilnehmenden 20 Schulen aus ganz Deutschland stellen gemeinsam im Museum Küppersmühle aus. Zum neunten Mal wird im Museum Küppersmühle der höchstdotierte nationale Jugend-Kunst-Preis für den Wettbewerb „Jugend interpretiert Kunst“ verliehen. 20 Schulen aus ganz Deutschland hatten die Chance, einen individuellen Besuchs-Tag im Museum Küppersmühle zu verbringen und sich hier jenseits des Unterrichts intensiv mit moderner Kunst auseinanderzusetzen. Die Jugendlichen konnten unter kunstpädagogischer Betreuung die Kunstwerke von Baselitz, Kiefer, Richter u.a. ausführlich im Original erleben, Fragen stellen, diskutieren, analysieren und schließlich eigene Arbeiten schaffen.
Diese Werke der Schüler wurden nun von der Jury bewertet, der die Künstler Abraham David Christian und Markus Lüpertz, Werbeagentur-Chef Coordt von Mannstein, MKM-Direktor Walter Smerling und die Sammlerin Sylvia Ströher angehören. Nach ausführlicher Betrachtung und angeregter Diskussion ist die Entscheidung einstimmig gefallen. Besonders erfreut war die Jury über das durchweg hohe Niveau und das große Engagement aller eingereichten Arbeiten. Ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung war die kreative Eigenständigkeit im Umgang mit den Kunstwerken im Museum.
Die Begründungen der Jury für die Vergabe des Deutsche Bank Stiftung Jugend-Kunst-Preises 2009 lauten wie folgt: Der 1. Preis in Höhe von 5.000,- EUR geht an das Mariengymnasium aus Essen für die Arbeit „Geschichtete Geschichte“. Überzeugt hat die Jury die ironische und kritische Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser in ästhetischer und formaler Hinsicht stimmigen Arbeit. Die Kombination unterschiedlichster Gegenstände reflektiert auf subtile Weise historische Entwicklungsstufen aus der persönlichen Sicht der Mitwirkenden. Dabei ist die inszenierte Auftürmung der Materialien zugleich authentisch für die Region. Die Schüler machen eindrucksvoll deren Wandel sichtbar: Der alte Rohstoff „Kohle“ steht zwar immer noch als Symbol für Energie und Wirtschaft, allerdings braucht es für die Gestaltung der Zukunft mehr – den Rohstoff Geist. Die Schüler haben diesen Beziehungswandel mit Kreativität in ihrer eigenen Sprache geistreich umgesetzt.

Den 2. Preis in Höhe von 2.000,- EUR erhält die Erich Kästner Gesamtschule aus Duisburg. Die kleinformatigen Bilder ergeben in ihrer Gesamtkonzeption eine Dichte von Bildinterpretationen, deren Schwerpunkt im Beobachten, Finden von Formen und deren malerischer Umsetzung liegt. Faszinierend zu sehen ist die Detailarbeit, mit denen sich die Schüler dabei in piktogrammhafter, abstrahierter Form der konkreten Umgebung, dem Museum und dem Innenhafen widmen. Sie präsentieren dabei keine reine Materialsammlung, sondern die gewählte Materialität der Zinkplatten und die Reduktion auf die Farbwerte Grün, Grau und Silber sind maßgeblich für die harmonische Wirkungsweise. Alle 150 Bilder sind individuelle Arbeiten, die sich überzeugend zu einer Gemeinschaftsarbeit zusammenfügen.
Der 3. Preis in Höhe von 1.000,- EUR geht an das Evangelische Kreuzgymnasium aus Dresden für die Arbeit „braune schlachten“. Die Arbeit überzeugt durch die höchst eigenständige Interpretation historischer und zeitgenössischer Kunstströmungen, in die die Schüler collagenartig Gebrauchsmuster ihres Alltags einfließen lassen. Obwohl die Gestaltung durchaus auf konventionelle künstlerische Mittel zurückgreift, gelingt die Schaffung einer bemerkenswert dichten Atmosphäre. Die Schüler reflektieren kulturelle und gesellschaftspolitische Entwicklungen und stellen sich der Frage: An welcher Stelle wird Gedankengut illegal und ist nicht mehr zu verantworten? Hierzu nehmen sie mit künstlerischen Mitteln eine sehr ambitionierte und couragierte Haltung ein. Die Preisverleihung fand am 25. Januar 2010 im MKM statt. Es wurde noch einmal richtig spannend für die Schüler und Lehrer, als Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff die Gewinner des Deutsche Bank Stiftung Jugend-Kunst-Preises 2009 prämierte.
Unabhängig vom Wettbewerbsergebnis zeigt das Museum Küppersmühle vom 26. Januar bis zum 7. Februar eine Gruppenausstellung mit den Werken aller 20 teilnehmenden Schulen aus Dornstetten, Dortmund, Dresden, Duisburg, Essen, Geldern, Gera, Hamburg, Husum, Karlsruhe, Leer, Lübeck, Mannheim, München, Niebüll, Niederkassel, Reichshof, Sundern, Velbert und Wülfrath, zu der interessierte Besucher herzlich eingeladen sind. Schulen, die sich im Jahr 2010 am Wettbewerb teilnehmen möchten, können sich noch bis zum 31. Januar unter www.museum-kueppersmuehle.de/bewerbung registrieren.
“Unser herzlicher Dank geht an die Deutsche Bank Stiftung, die durch ihr nachhaltiges Engagement das Projekt erst ermöglicht. Wir fördern den Jugend-Kunstpreis“, so Vorstandsmitglied Michael Münch, „weil er kunstinteressierten Schülern in der eigenen kreativen Auseinandersetzung mit einem zeitgenössischen Werk die Möglichkeit gibt, sich auf künstlerische Fragestellungen und Ausdrucksformen einzulassen. Damit möchte die Deutsche Bank Stiftung zur Entwicklung der kreativen Leistungsfähigkeit von Jugendlichen beitragen.“ Auch der Firma Hasenkamp danken wir für ihre Unterstützung. Organisiert wird „Jugend interpretiert Kunst“ von der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn. Informationen zum Projekt: „Jugend interpretiert Kunst. Deutsche Bank Stiftung Jugend-Kunst-Preis“ ist ein ambitioniertes, intensives Projekt, das in seinem Umfang weit über die eigentliche Ausstellung und Preisverleihung hinausgeht. Mehrere Tausend Schulen werden jährlich eingeladen, sich für das Projekt zu bewerben. Die 20 teilnehmenden Schulen besuchen das MKM über das ganze Jahr hinweg und werden dabei kunstpädagogisch und organisatorisch betreut. Sie setzen sich mit den dort präsentierten Künstlern und ihren Werken auseinander, können die Kunstwerke in aller Ruhe betrachten und vergleichen, Fachleute mit Fragen bestürmen und schließlich die eigene Kreativität unter Beweis stellen. Die Schüler erhalten nicht nur die Gelegenheit, zeitgenössische Kunst hautnah kennen zu lernen und neues Wissen und Kreativität zu entfalten, sondern wir möchten auch Teamwork, Organisationstalent und Verantwortlichkeit für ein gemeinsames Projekt fördern. Ihre eigenen Werke, die als Interpretation dieses Kunsterlebens im Team entstanden sind, präsentieren die Schüler nun gemeinsam im gesamten Wechselausstellungsbereich des MKM. Ein intensiver Prozess des Kennen- und Verstehenlernens von zeitgenössischer Kunst zeichnet diesen umfangreichen nationalen Jugendkunstwettbewerb aus. „Nah dran“ heißt die Devise: keine Scheu vor zeitgenössischer Kunst, vor neuen Themen, vor unbekanntem Terrain. Kulturelle Bildung, so lautet das Credo der Deutsche Bank Stiftung, ist keine Beigabe, sondern essentielle Grundlage für die Entwicklung von Denkfähigkeit und Kreativität. Und der Zugang hierzu eröffnet sich nun einmal besonders gut über die unmittelbare und persönliche Begegnung mit der Kunst.
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