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Duisburg Innenhafen - 12.03.2010
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Landesarchiv ist Schlusspunkt und Auftakt zugleich
Einer der letzten großen Neubauten am Duisburger Innenhafen wird zum Dreh- und Angelpunkt für die Aufwertung der westlichen Altstadt. OB Adolf Sauerland präsentiert das Projekt auf der MIPIM.
Als vor einem Jahr das Stadtarchiv in Köln in der U-Bahn-Baustelle versank, wurden die Planungen für das Landesarchiv NRW am Innenhafen in Duisburg erst einmal gestoppt und gründlich überarbeitet. Dafür nahm der Landesbetrieb Liegenschaften BLB das Projekt wieder zurück von dem zunächst dazwischen geschalteten Projektentwickler Kölbl Kruse. Jetzt steht der überarbeitete Plan wie auch die Finanzierung (über die Bausumme ist Stillschweigen vereinbart). Der Baubeginn mit HOCHTIEF Construction ist auf Mitte April terminiert. Das in Bezug auf die Archivierungsfläche in Regalmetern größte Archivgebäude Deutschlands wird nach Plänen der Architekten Ortner & Ortner aus zwei Bauabschnitten bestehen, dem eigentlichen Archivgebäude im Speicher der RWSG aus den 1930er Jahren, der um einen Turm mit 21 Geschossen erweitert wird, und einem wellenförmigen Verwaltungstrakt, der auch eine Bibliothek und Lesesäle enthalten wird. Durch das Landesarchiv unmittelbar östlich der Schwanentorbrücke ist eine deutlich höhere Frequentierung in diesem Stadtbereich zu erwarten mit Auswirkungen auf Schwanen- sowie Münzstraße - die eine ausgebaut zur vierspurigen Rennbahn, die andere zwar Fußgängerzone, aber weit von der Attraktivität als Einkaufsstraße entfernt, die sie einmal hatte, nachdem auch noch C&A umgezogen ist in das neue Forum Duisburg. Geblieben sind Sinn-Leffers und P&C. Diesem Bereich widmete die Ruhrorter Projektentwicklungsgesellschaft SGE von Manfred Stüdemann (auch verantwortlich für das im Bau befindliche Kuhlenwall Karrée der Sparkasse Duisburg) auf eigene Kosten eine Machbarkeitsstudie, durchgeführt durch das Duisburger Architekturbüro aib. Deren Vorschläge fügen sich nahtlos in den Masterplan von Norman Foster für die Innenstadt und sehen eine Verkehrsberuhigung sowohl für die Schwanenstraße als auch für die kreuzende Steinsche Gasse vor, dazu die Öffnung von Querungen der Peterstal und Beekstraße, zwei der Straßen mit mittelalterlichem Ursprung hier im Marienviertel. Fußläufige Verbindungen mit platzartigen Aufweitungen würden die Atmosphäre für Gastronomie und kleinteiligere Geschäfte schaffen, so das Ziel. Das östliche Ende erfährt bereits mit dem Projekt Königsgalerie (Entwickler Multi Germany) eine Aufwertung. Deshalb müsste jetzt zeitnah ein erster Schritt der Umbau des Calaisplatzes am westlichen Ende der Münzstraße sein. Dort wo jetzt noch ein Parkplatz kostbare Fläche beansprucht, könnte ein Platz mit Cafés entstehen und wo ein Parkhaus mit Preisdumping ziemlich vergeblich um Kunden wirbt, könnten im Erdgeschoss Geschäfte der Nahversorgung einziehen. Da weder die Stadt noch die SGE hier über Grundbesitz verfügen, stellt sich Stüdemann eine Art begrenztes PPP-Modell vor, nachdem leider die Bildung einer Eigentümer- Standort-Gemeinschaft für die ganze Münzstraße an der Unbeweglichkeit der verschiedenen Fonds gescheitert ist, denen einzelne Kaufhausliegenschaften gehören. Diesen ersten Schritt muss nun die für die Umsetzung des Masterplan zuständige Innenstadt Entwicklungsgesellschaft tun und eine konkrete Planung für den Calaisplatz beauftragen, damit eine realistische Kostenschätzung möglich wird. "Bis zum Herbst", wünscht sich Manfred Stüdemann.
© Der Immobilienbrief Ruhr Nr. 15 - 11.März 2010 Dr. Gudrun Escher /www.rohmert-medien.de/regionalbriefe/der-immobilienbrief-ruhr-nr-15,105165.html
Deutschlands größtes Archivgebäude
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