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"Hömma, der Kaiser kommt"
Im Kultur- und Stadthistorischen Museum hinterm Rathaus wird morgen eine Mittelalterausstellung eröffnet, an der auch Eltern mit Kindern ihre Freude haben dürften.
Am morgigen Sonntag, 25. April, startet ein wichtiger Beitrag unserer Stadt als "Duisburg - Hafen der Kulturhauptstadt" zu "Ruhr 2010", nämlich die neue Ausstellung "Der Kaiser kommt! Hafen, Markt und Stadt Duisburg im Mittelalter", noch bis zum 9. Januar 2011 im Kultur- und Stadthistorischen Museum am Innenhafen. Eigentlich lautet der Titel "Hömma, der Kaiser kommt!", denn das Thema ist bewusst so aufbereitet, dass es auch für Familien verständlich ist. Das gilt auch für das dazu im Mercator-Verlag frisch erschienene Buch.
Aufgehängt an den mindestens 16 Aufenthalten deutscher Könige und Kaiser vor etwa 1000 Jahren in Duisburg (was sehr viel für die damalige Zeit ist), soll so das Selbstbewusstsein unserer Stadt gestärkt werden, die im Mittelalter eine ebenso bedeutende wie quirlige Pfalz-, Hafen- und Handelsstadt war. Sie stand mit den damaligen wirtschaftlichen und politischen Zentren Mittel-, Nord- und Nordosteuropas in engem Kontakt und Austausch. Silber aus dem Harz, Wein vom Mittelrhein, Tuche aus Flandern und Tuffstein aus der Eifel fanden ebenso den Weg nach Duisburg wie Fische aus dem Nord- und Ostseeraum und sogar Sklaven aus Osteuropa (das Wort selbst kommt von "Slawen", wie wir in der Ausstellung lernen).
Zum ersten Mal wurden hier die spannenden Ergebnisse der Duisburger Stadtarchäologie so zusammengetragen. Originalobjekte illustrieren das damalige Alltagsleben, zum Beispiel ein Kinderschuh und eine ebenfalls aus Leder gefertigte Satteldecke (einschließlich dem Moos darunter!), die bei Ausgrabungen am hiesigen Alten Markt gefunden wurden.
Sonst sind Funde aus Duisburg oft Fragmente, die ausgestellt unverständlich wären. Darum kamen zahlreiche bildhafte Exponate auch aus anderen Städten, die schon im Mittelalter mit Duisburg verbunden waren: etwa Andernach (Mühlsteine!), Magdeburg (über den Hellweg) sowie Deventer und Zutphen in den heutigen Niederlanden (über die Hanse).
Übrigens erhielt Duisburg nie offizielles Stadtrecht, seine Bürger hatten quasi "königliches Bürgerrecht" und übernahmen die Pfalz-Güter, deren Außengrenzen vermutlich mit den noch heute existierenden Bannwäldern im Süden und Osten der Stadt übereinstimmten, ganz selbstverständlich als ihre eigenen, nachdem die Pfalz 1283 abgebrannt war.
Zur Eröffnung morgen um 15 Uhr gibt Stadtarchäologe Dr. Volker Hermanns eine Einführung. Es spielt das Ensemble für mittelalterliche Musik "Nimmersêlich". Der Eintritt in die Ausstellung kostet drei Euro, ermäßigt zwei Euro.
© RP 24.04.2010, Ingo Hoddick
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