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Duisburg Innenhafen - 15.05.2010

 

 

100 Milliarden für Duisburg

Beispiel: 1 Milliarde Mark Duisburger Notgeld
Ein Duisburger hat Oberbürgermeister Adolf Sauerland ein ungewöhnliches Geschenk gemacht: einen Geldschein des Notscheingeldes von 1923. Als Dankeschön lud Sauerland den Rentner zu einer Führung ins Rathaus ein.

Es ist bunt, mit Ornamenten und altdeutscher Schrift bedruckt, und es hat den Geruch der Vergangenheit: das Notscheingeld der Stadt Duisburg aus dem Jahre 1923. Einige Scheine fanden auf ungewöhnliche Art ihren Weg aus dem Sammlerarchiv eines Duisburgers in die Hände des Oberbürgermeisters Adolf Sauerland.

Schein mit Stadttheater

"Ich habe zu meinem 80. Geburtstag eine Glückwunschkarte der Stadt bekommen, auf der eine Teilansicht des Stadttheaters zu sehen war", erinnert sich Herr St. (Seinen Namen möchte er nicht veröffentlicht haben). "Spontan fiel mir dann ein, dass ich in meiner Geldscheinsammlung einen Notgeldschein habe, auf dem ebenfalls das Theater zu sehen ist, und schickte ihn als Dankeschön an den Oberbürgermeister." Der OB reagierte mit Begeisterung und einer Portion Humor: "Ich will den Geldschein bei nächster Gelegenheit dem Kämmerer zeigen, damit er sagen kann, ob der geschundene Haushalt Duisburgs auf diesem Wege ausgeglichen werden kann."

Dieser Plan dürfte wohl nicht aufgehen, denn bei dem Schein handelt es sich um Stadtnotgeld aus dem Jahr 1923, als die Inflation ihren Höhepunkt erreicht hatte und die großen Städte und Firmen ihr eigenes Geld herstellen mussten.

Was als nächstes geschah, damit hatte Herr St. nicht gerechnet. "Ich wurde ins Rathaus eingeladen und man machte mit mir eine Führung" berichtet er.
"Das war ein tolles Erlebnis für mich. Ich dachte, man freut sich über den Schein und er wandert ins Archiv, nicht jedoch, dass ich so eine besondere Einladung erhalte." Doch auch diese nette Geste ließ der Rentner nicht ungedankt und überreichte weitere 15 Scheine aus seiner Sammlung, die nun ein neues Zuhause im Kultur- und Stadthistorischen Museum finden sollen. Zu ihnen zählen ein Gutschein über 100 Milliarden Mark der Duisburger Kupfer- und Messingwerke, ein Gutschein der Duisburger Kupferhütte über eine Milliarde Mark, ein Schein über zwei Millionen Mark der Rheinischen Stahlwerke in Meiderich und ein Papier über zehn Millionen Mark der Eisenwerkkraft.

Doch wie gelangte das Notgeld in die Hände des Duisburgers? "1952 eröffneten meine Frau und ich einen kleinen Blumenladen. Eines Tages kam eine Stammkundin, die von meiner Sammelleidenschaft wusste. Sie gab mir die Scheine ihres Schwiegervaters, der sie vor dem Reißwolf gerettet hatte."

© RP 15.05.2010, Jessica Narloch



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