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Duisburg Innenhafen - 05.07.2010

 

 

Duisburgs Wirte qualmen vor Wut

raucher
Auf einstimmige Ablehnung stößt in Duisburg der Plan der künftigen Landesregierung (SPD und Grüne), das Nichtraucherschutzgesetz auszuweiten und sogenannte Raucherclubs zu verbieten.

Auf  einstimmige Ablehnung stößt in Duisburg der Plan der künftigen Landesregierung (SPD und Grüne), das Nichtraucherschutzgesetz auszuweiten und sogenannte Raucherclubs zu verbieten. „Da können wir gleich alles zumachen“, beschwert sich Michel Nestler, Geschäftsführer des „Alex“ an der Münzstraße. Ab 18 Uhr wird sein Restaurant zum Raucherclub und das  Geschäft ist auf die Gäste am  Abend angewiesen. „Das ‘Alex’ lebt davon, dass man dort abends Party machen kann, und dazu gehört für viele die Zigarette“, so Nestler. Mit dem Gesetz fürchtet er das Ausbleiben dieser Kunden und somit starke finanzielle Verluste.  Im Sommer ginge es ja noch, aber im Winter wäre es zu kalt,  um sich nach draußen zu stellen und zu rauchen, so Nestler.

Ähnlich geht es dem „Diebels am Innenhafen“. Hier  ist freitags und samstags abends Rauchen erlaubt. „Zu dieser Zeit sind etwa 90 Prozent unserer Besucher Raucher“, erklärt eine Mitarbeiterin. Tagsüber ist das Rauchen verboten. Konkrete Beschwerden von Nichtrauchern, die sich gestört fühlten, habe es keine gegeben. Es sei lediglich nach einem Nichtraucher-Platz gefragt worden. „Wenn ich durch einen Raucherclub zwei Gäste verliere, dafür aber 30 gewinne, ist das kein Verlust “, stellt Nestler klar.

Gerade für kleine Lokale könnte ein künftiges Rauchverbot den Ruin bedeuten. „In meinem Lokal spielt sich nun einmal alles an der Theke ab. Es wird nun getrunken und geraucht“, sagt Andrea Rehn von der Gaststätte „Zum Rheindamm“ an der Jahnstraße. „Würde das Nichtraucherschutzgesetzt durchgesetzt, müsste ich von HartzIV leben. Das interessiert die Politiker jedoch nicht, solange es ihnen gut geht. Und niemand macht etwas dagegen.“

Das Bistro „NT“ an der Neudorferstraße sehe sich sogar gezwungen, rechtliche Schritte gegen die künftige Landesregierung einzuleiten. „Ich habe Summen von etwa 45 000 Euro in den Bau von separaten Raucherräumen investiert. Wenn die Regierung meint, das Gesetz nun erneut zu ändern, verlange ich mein Geld zurück. Ich fühle mich getäuscht“, beklagt sich der Geschäftsführer Klaus Theo Friedrichs.

Letztendlich stellt sich vielen Wirten die Frage, ob es überhaupt notwendig ist, das Nichtraucherschutzgesetzt zu verstärken, wo negative Rückmeldungen von Nichtrauchern offensichtlich ausblieben.

„Die Kunden haben die Wahl, ob sie einen Raucher- oder einen Nichtraucherclub besuchen möchten - es gibt genug Angebote“, so Thomas Kolaric, Geschäftsführer der Dehoga NRW. Seiner Ansicht nach  sei das bisherige Gesetz nicht reformbedürftig und eine Landesregierung solle sich in derartige Situationen nicht einmischen: „SPD und Grüne haben weitaus größere Probleme als  Kleinigkeiten wie das Verbot von Raucherclubs.“

© derWesten 05.07.2010, Janine Langerbein



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