Chemotherapie: Chance oder sinnlose Strapaze?

Über Sinn und Nutzen der Chemotherapie wird seit vielen Jahren diskutiert. Bei Betroffenen führt dies oft zusätzlich zu Ängsten und Verunsicherung. Unser Experte Prof. Dr. Joachim Papenberg, Internist und medizinischer Berater bei der Krankenkasse Novitas BKK, erklärt, warum viele Sorgen unbegründet sind.

Wohl kaum eine Nachricht zieht Betroffenen und Angehörigen so sehr den Boden unter den Füßen weg wie die Diagnose Krebs. Und nach dem ersten Entsetzen stellt sich schnell die Frage: Welche Therapie ist jetzt die richtige?
Am häufigsten bei Krebs eingesetzt werden Operationen, Strahlen-, Hormon- und Chemotherapien. Oft werden diese Behandlungsformen auch miteinander kombiniert, um die Wirksamkeit zu erhöhen. „Bei einem großen Brustkrebs zum Beispiel versucht man zunächst, den Tumor durch eine Chemotherapie zu verkleinern“, erklärt Prof. Dr. Joachim Papenberg. „Erst dann folgt die Operation.“ Auch im Anschluss an eine Operation kann eine Chemo sinnvoll sein, etwa wenn sich bereits Metastasen gebildet haben oder die Töchtergeschwüre noch so klein sind, dass sie für bildgebende Verfahren unsichtbar sind.
Während Operation und Strahlentherapie lokal eingesetzt werden, können sich die Chemotherapeutika im ganzen Körper entfalten und sollen so die sich teilenden und vermehrenden Krebszellen zerstören.

Therapien sind heute deutlich verträglicher
Für Krebspatienten und Angehörige kann eine Chemotherapie eine beängstigende Vorstellung sein, was bisweilen dazu führt, dass die Behandlung abgelehnt wird. Prof. Papenberg betont aber: „Wenn eine Chemotherapie angeraten wird, dann sollte man diese auch unbedingt machen. Bei Krebsarten wie Leukämie oder Brustkrebs, bleibt dem Patienten auch gar nichts anderes übrig. Denn eine Chemotherapie und/oder eine Bestrahlung sind die einzige Möglichkeit, eine geraume Zeit weiterzuleben oder sogar zu überleben. Eine Chemotherapie ist in der Regel lebensverlängernd und führt im Durchschnitt zu einer wesentlichen Verbesserung der Lebensqualität.“
Zudem sind Chemotherapien heute verträglicher als noch vor zwanzig Jahren. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Medikamenten, die helfen, unerwünschte Begleiterscheinungen, wie Übelkeit, zu behandeln oder zu verhindern. Durch die bessere Verträglichkeit können viele Chemotherapien ambulant durchgeführt werden.

Behandlung um jeden Preis?
Die Angst, eine Chemotherapie würde zu schnell verschrieben oder komme „auf Teufel komm raus“ zum Einsatz, müsse man nicht haben, betont Prof. Dr. Papenberg. „Diese Ängste sind absolut unbegründet. Wenn solche Medikamente gegeben werden, dann geht das nur, wenn die Therapie auch wirklich erforderlich ist. Man darf nicht vergessen: Wir sprechen bei Krebs von einer oft tödlich verlaufenden Erkrankung“, so der Mediziner. „In Deutschland liest man ja hin und wieder, dass zu viele Hüft- oder Kniegelenke neu eingesetzt werden. Bei der Chemotherapie ist so etwas nicht möglich. Das Krankenhaus müsste eine enorme Schmerzenssumme zahlen, wenn ein Patient bei einer nicht indizierten Chemotherapie sterben würde.“

Ärzte arbeiten eng zusammen
Ob und wann eine bestimmte Behandlungsform sinnvoll ist, hängt ganz individuell vom Patienten ab. Es gibt auch Situationen, in denen Ärzte von einer Chemotherapie absehen, weiß der Mediziner: „Etwa bei weit fortgeschrittenen Krebsen mit Metastasen und einem sehr schlechten Allgemeinbefinden, zum Beispiel wenn das Blutbild sehr schlecht ist, der Patient appetitlos und abgemagert ist.“
Wichtige Entscheidungen zur Therapie werden in den sogenannten Tumorkonferenzen getroffen. „In onkologischen Zentren arbeiten Ärzte der verschiedenen Fachbereiche sehr eng zusammen“, erklärt Prof. Papenberg. „Als Patient kann man sich in Deutschland sicher sein, dass die Ärzte, die Tumorerkrankungen behandeln, hochqualifiziert sind und im ständigen Austausch miteinander stehen. Haben Sie Vertrauen!“

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