Einkauf auf Hunderten Quadratmetern: Outlet-Center wachsen weiter

14.02.2018

Bezüglich der Einkaufsmöglichkeiten sind wir heutzutage regelrecht verwöhnt. So können wir beispielsweise unsere Kleidung nach wie vor in mancher kleinen Boutique shoppen, sie in einem Warenhaus kaufen oder sie im Internet bestellen, wo in jedem einzelnen Shop das Angebot beinahe schon unbegrenzt scheint. Und spätestens seitdem die ersten Outlet-Center Ende der 1990er bzw. Anfang der 2000er in Deutschland eröffnet wurden, bekommen wir selbst Markenmode zum günstigen Preis. Seit einigen Jahren schießen die Outlet-Center an den Peripherien großer und mittelgroßer Städte wie Pilze aus dem Boden. Und nicht überall wird dieser Trend als positiv empfunden, wie der Bürgerentscheid aus dem vergangenen Jahr in Duisburg zeigt.

Anreisen speziell für den Einkauf

Große Outlet-Komplexe gibt es mittlerweile zuhauf. Sie alle liegen meist etwas außerhalb der städtischen Ballungszentren, sodass Besucher zum Einkaufen in der Regel mit dem Auto anreisen müssen, um dort einkaufen zu können. 60 bis 80 Prozent der Kunden nehmen eine Anfahrt von über 30 Minuten in Kauf, sodass das Shoppen meist nicht spontan stattfinden kann, sondern eher länger zu planen ist und dementsprechend auch mehr Zeit in Anspruch nimmt. In den großen Gebäudekomplexen mit oftmals mehreren Tausend Quadratmetern Verkaufsfläche finden Besucher teilweise Hunderte Läden, die mit Preisnachlässen zwischen 30 und 70 Prozent locken.

Solch ein Konsumtempel war im vergangenen Jahr auch in Duisburg für das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs geplant, dem Veranstaltungsort, der 2010 tragischer Schauplatz der Love-Parade-Katastrophe geworden ist. Im Herbst 2017 sprach sich jedoch mehr als die Hälfte aller Duisburger im großen Bürgerentscheid gegen den Bau von Deutschlands größtem Designer-Outlet aus. Kritik für das Bauvorhaben gab es sowohl seitens der Angehörigen der Opfer, die das Gelände als Ort der Erinnerung bewahren möchten, als auch von besorgten Bürgern, die auf die bereits vorhandene Dichte an Shopping Malls in der Region hinwiesen. Damit standen die skeptischen Duisburger durchaus nicht allein da. Immer wieder treten bei vergleichbaren Projekten oder Bauvorhaben in anderen Gegenden Kritiker mit ähnlichen Argumenten auf den Plan. Ihre These: Outlet-Center würden die Kunden aus der Innenstadt abziehen und dem Einzelhandel dadurch massiv schaden.

Einzelhandel vor Herausforderungen

Tatsächlich sind beide Argument öfters zu hören: dass die Outlet-Center dem Einzelhandel in den Innenstädten Kunden stehlen würden; aber auch, dass die Shopping-Giganten einen gewissen Teil der Besucher überhaupt erst in die Städte locken würden. Richtige Belege für die Behauptungen haben allerdings beide Seiten nicht vorzuweisen. Fest steht, dass es einen Unterschied zwischen Einkaufszentren und Outlet-Centern gibt. Während sich Einkaufscenter bzw. Shopping Malls innerhalb der Innenstädte befinden und meistens Filialisten beherbergen, verkaufen Outlet-Center lediglich Kleidungsstücke aus veralteten Kollektionen zu besonders günstigen Preisen. Dabei handelt es sich entweder um Restposten oder um Produktionsüberschuss, d. h. in beiden Fällen um reduzierte Ware, die es nicht in der Innenstadt zu kaufen gibt und die somit nicht in unmittelbarer Konkurrenz zum dortigen Angebot steht.

Des Weiteren ist auch bekannt, dass der deutsche Einzelhandel generell seine Schwierigkeiten hat, mit dem Online-Handel mitzuhalten, denn immer mehr Kunden kaufen ihre Waren im Internet. Dies ist zum einen bequem, zum anderen finden sie hier meist eine größere Auswahl zu günstigeren Preisen. In Zukunft sind deshalb Findigkeit und Kreativität gefragt, wenn die Innenstädte wieder für Besucher und Käufer interessanter und attraktiver gemacht werden sollen.



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