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Ist Glücksspiel ein Glücksfall für Duisburg?

14.08.2019

Wenn die Asse auf den Tisch gelegt werden, freuen sich Stadt und Land. Die 2007 eröffnete Spielbank in Duisburg gehört mit ihren 8000 Quadratmeter Fläche zu den größten Casinos der Bundesrepublik. Im Gegensatz zu ihren Gegenstücken aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die vor allem den europäischen Klein- und Hochadel in Kurorte wie Bad Ems und Baden-Baden gelockt haben, setzt Duisburg auf den Reiz der Moderne mit Edelstahlsäulen, Sternenhimmel an der Decke und futuristisch anmutenden Ufo-Lampen über den Tischen.

377.000 Besucher amüsierten sich 2017 in der Spielbank in Duisburg. Die Gästezahl bewegt sich seit Jahren kontinuierlich in diesem Rahmen und macht die Spielbank zum Spitzenreiter bei den Enrichtungen der Westspiel KG. Mit 231 Mitarbeitern im Jahr 2017 ist das Casino zwar kein Großbetrieb, aber dafür gehört es zu den touristischen Höhepunkten der gesamten Region.

Davon profitieren außer dem Staatssäckel auch die Bewohner Duisburgs. Um die 40 Millionen Euro beträgt der Bruttospielertrag im Schnitt pro Jahr. Davon wird rund die Hälfte als Spielbankabgabe fällig, die an die öffentliche Hand von Land und Bund geht. Im Jahr 2017 waren das allein 20,687 Millionen Euro. Von den Landesabgaben wird die Stiftung Wohlfahrtspflege mitfinanziert, die sich unter anderem die Förderung von Menschen mit geringer sozialer Mobilität und Behinderten auf die Fahnen geschrieben hat. Die Städte, in denen die Spielbanken angesiedelt sind, erhalten zwölf Prozent der Bruttospielerträge. Für Duisburg bedeutet das pro Jahr rund vier bis fünf Millionen Euro, die in die Kassen der Stadt fließen.

Konkurrenz bekommt das Casino unter anderem durch gewerbliche Spielhallenbetreiber, die seit der Spielverordnung 2006 mit ihren Automaten Kunden anlocken, die entweder am klassischen Tischspiel nicht interessiert sind, nur kurz ein paar Runden zocken wollen oder eine weniger elegante Umgebung bevorzugen.

Auch Internet-Glücksspiel wie im William Hill Online-Casino wird immer populärer. Obwohl es sich in einer rechtlichen Grauzone befindet, weil die Bundesrepublik Deutschland Online-Casinos zumindest noch nicht legalisiert hat, sind diese nach EU-Recht zugelassen, solange sie über eine Lizenz aus einem der EU-Mitgliederstaaten verfügen. Dadurch wird sicher gestellt, dass sie stringenten Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen unterliegen, die dem Schutz der Kunden dienen.

Der Reiz des Internet-Spiels liegt nicht nur an der Verfügbarkeit rund um die Uhr. Ein wichtiger Punkt ist auch die Bequemlichkeit. Statt sich in Schale zu werfen, um der Kleiderordnung in der Spielbank zu entsprechen, kann in Shorts und T-Shirt oder Pyjama und Bademantel auf dem eigenen Sofa gezockt werden. Auch wenn selbst im Online-Casino strikte Etiketteregeln für das Spiel an sich gelten, die jederzeit nachgelesen werden können, so sind andere gesellschaftliche Faux Pas kein Problem. Was wegfällt, ist das gesellschaftliche Miteinander in einer Spielbank wie in Duisburg, wo der Besuch häufig zum vielfältigsten Entertainment wird. Feiern, Junggesellenparties, Geschäftspartner, die in Duisburg ausgeführt werden – die Klientel und Anlässe sind bunt gemischt.

Insgesamt wurde in Deutschland allein 2017 ein Bruttospielertrag in Höhe von 14,173 Milliarden Euro im regulierten und nicht-regulierten Glücksspielmarkt erzielt. Der regulierte Markt besteht aus Angeboten mit deutscher Konzession wie den staatlichen Casinos, Lotto und Spielhallen. Zum nicht-regulierten Markt gehören unter anderem Online-Casinos. Noch überwiegen die Einnahmen im regulierten Markt, die 2017 bei 10,99 Milliarden Euro lagen. Online-Casinos erreichten in der Bundesrepublik 2017 Bruttospielerträge in Höhe von 1,76 Milliarden Euro.

Im Gegensatz zu den staatlich konzessionierten deutschen Spielbanken, die beträchtliche Gewinne für die Staatskassen einbringen, sieht das Finanzamt davon allerdings keinen Cent. Steuern und Abgaben werden dort fällig, wo die Konzession erteilt wurde.

Glücksspiel selbst ist seit Jahrhunderten einer der Stützpfeiler der staatlichen Wirtschaft. Obwohl die Armen vom Würfeln, Wetten und Karten spielen abgehalten werden sollten, war der Gedanke an Abgaben durch Betreiber für Kommunen und Landesfürste schon im Mittelalter und in der frühen Neuzeit unwiderstehlich. Das erste Casino entstand 1638 in Venedig, um während des Karnevals ein Auge auf das ansonsten in den Straßen der Lagunenstadt verbreitete Spiel zu haben. Allerdings gehörten gewisse finanzielle Mittel dazu, sich im „Ridotto“ amüsieren zu können – die soziale Trennung im Casino, die zum Teil bis Anfang des 20, Jahrhunderts anhielt, war gleich eingebaut.

Die modernen Klassenlotterien haben ebenfalls eine lange Geschichte. Sachpreise und ab dem 16. Jahrhundert auch Geldgewinne waren bei den so genannten Glückstöpfen bei Schützenfesten und anderen Volksfesten gang und gebe. Deren Popularität blieb auch der Obrigkeit nicht verborgen, und es entstanden die ersten Lotterien mit einem spezifischen Zweck. Meist handelte es sich dabei um soziale und kirchliche Projekte wie dem Bau von Kirchen, Armenhäusern und Zuchthäusern. Weil Feuer nicht nur im 30-jährigen Krieg eine große Gefahr darstellte, wurden Brandlotterien für den Wiederaufbau von Städten eingeführt.

Weniger Gemein- als Eigennutz hatte Eberhard Ludwig, Herzog zu Württemberg im Sinn, als er 1704 eine Leibrentenlotterie einrichtete. Von den Erlösen erbaute er sein Schloss und finanzierte seinen Hofstaat – deutlicher Beweis, wie lukrativ Lotterien waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten Einnahmen aus Lotterien in Berlin dazu, die durch Bomben stark zerstörte Stadt wieder aufzubauen.

Der soziale Aspekt des Glücksspiels ist in all den Jahrhunderten erhalten geblieben, vom Zahlenlotto 6 aus 49 bis zum Tischspiel im Casino. In der sonst alles andere als nostalgisch anmutenden Spielbank in Duisburg haben die Betreiber ebenfalls die Tradition der Sachpreise wieder aufleben lassen. Beim Autojackpot gibt es regelmäßig ein Fahrzeug der Oberklasse zu gewinnen.

Dass die Stadt im Ruhrpott, in der Ruhr und Rhein zusammen fließen, nicht nur durch ihr Casino an Attraktivität gewonnen hat, zeigen die Übernachtungszahlen. Mehr als 3500 Hotelbetten gibt es mittlerweile. Mehr als eine halbe Million Übernachtungen wurden allein im Jahr 2016 verzeichnet. Mit seiner industriellen Vergangenheit, dem Hafen und seiner Nähe zu Kongressstädten wie Düsseldorf und Essen wird Duisburg langsam, aber sicher zum Ziel für Städtetourismus. Und wenn Märkte und Geschäfte schließen, stehen in den Restaurants, Theatern, Musikclubs und in der Spielbank die Türen für Geselligkeit und Kultur noch lange offen. Was für die Besucher zum Gewinn wird, ist auch für die Stadt ein Glücksfall.

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