Pater Tobias nimmt mit Flüchtlingen am 10 km Lauf teil

Pater Tobias und sein Team starten beim diesjährigen “Mitsubishi Hitachi Innenhafenlauf Duisburg”

Mit Freude reagierten die Eintrachtler auf eine Anfrage vom Projekt “LebensWert” des umtriebigen Pater Tobias aus dem Duisburger Stadtteil Neumühl, ob eine von ihm trainierte Läufergruppe, welche sich ausschliesslich aus Flüchtlingen, die zur Zeit in der Notunterkunft “Turnhalle Usedomstrasse” untergebracht sind, zusammensetzt, beim diesjährigen Mitsubishi Hitachi Innenhafenlauf Duisburg teilnehmen könnte.

“Sport verbindet” und “Sportler kennen keine Grenzen”, so die einhellige Aussage der Leichtathleten der Duisburger Eintracht, die auf diesem Wege natürlich gerne den Namen ihres Vereines zu Motto machen. “In Eintracht miteinander und gegen Vorurteile”.

So sind die Gäste aus den Krisenregionen dieser Welt selbstverständlich HERZLICH WILLKOMMEN beim diesjährigen Innenhafenlauf.



Pater Tobias nimmt Menschen mit, mit in die Kirche, mit in die Gesellschaft und seit wenigen Wochen auch mit zum Lauftraining. Zum Beispiel Nasratullah Khairzada. Der junge Mann aus Afghanistan beherrscht fünf Sprachen. Er schnauft, bleibt stehen und stützt die Hände in die Seiten. Deutsch lernt er gerade und „Seitenstiche“ gehört sicher nicht zu seinen ersten Vokabeln.

Die ersten Laufschuhe, Hosen und Shirts haben die Männer vom Projekt LebensWert bekommen. Auch Mitbürger fragen, welche Größen benötigt werden und fahren los, um Schuhe und Socken zu kaufen. Jetzt haben 12 der jungen Männer, die derzeit in der Notunterkunft „Turnhalle Usedomstraße“ wohnen, ein neues Ziel. Sie werden zusammen mit Pater Tobias am 15. August 2015 beim Innenhafenlauf an den Start über den 10 km-Wettkampf gehen und somit als Sponsorenläufer Geld für arme Kinder sammeln. 2-3 x pro Woche trainiert die Gruppe von derzeit 12 Personen mit dem Marathon-Pater und zwei weiteren Laufbegeisterten aus Neumühl, Uwe Heinrich und Barbara Hackert.

Auch Aggassimo Diallo aus Guinea freut sich über seine Laufschuhe und das Training. Nachdem er erlebt hat, dass die deutschen Lauffreunde Spaziergänger mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßen, grüßt er fortan jeden, dem die Gruppe begegnet. Er möchte nichts falsch machen und zumindest höflich sein, obwohl er derzeit Französisch und nur ein wenig Englisch spricht.

So können die Flüchtlinge zumindest für eine Stunde ihre schlimmen Erlebnisse, die sie hatten, zur Seite schieben.Neben dem Lauftraining gibt Pater Tobias immer wieder Tipps über gute Ernährung. Schließlich soll es ja bei den 10 km nicht bleiben. „Die nächste Hürde wird ein Halbmarathon sein, vielleicht für den einen oder anderen guten Läufer auch noch ein Marathon (42,195) in diesem Jahr“, so der Pater.

Ein weiterer Läufer Thierno Djiwo Bobo Diallo wird wohl im Oktober seinen ersten Marathon mit dem Pater in Magdeburg laufen. Tobias hat bereits 3 Marathons in diesem Jahr geschafft und wird bis Ende des Jahres noch 4 Marathons laufen. Da gibt es noch genug Gelegenheit für die Flüchtlinge den Pater bei einer seiner nächsten Marathonläufe zu begleiten.

Es würden gerne noch mehr Personen, die derzeit in der Turnhalle leben, zum Lauftreff kommen. Dazu sind aber zumindest geeignete Schuhe und Sportkleidung notwendig.

Sach- und Geldspenden sind daher sehr willkommen.

Projekt LebensWert, Bank im Bistum Essen, BIC: GENODED1BBE und IBAN: DE34360602950010766036, Stichwort „Lauftreff“.

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