Häuser der Weisheit

Am Sonntag, 24. Januar 2016 um 14 Uhr führt Frau Dr. Andrea Gropp einen Rundgang durch die Ausstellung “Häuser der Weisheit”

Im 9. Jahrhundert gründete der Abbasiden-Kalif al-Ma’mun aus Freude am Wissen in Bagdad das „Haus der Weisheit“, in dem er antike Texte übersetzen ließ. Alle wissenschaftlichen Schriften, derer man habhaft werden konnte – vor allem griechische sowie persische und indische Autoren – wurden ins Arabische übertragen und die Ideen und Erkenntnisse mit Hilfe eigener Beobachtungen und Experimente verfeinert und weiterentwickelt.

Eintritt: 4,50 Euro/ erm. 2 Euro, Anmeldung nicht erforderlich
Kultur- und Stadthistorisches Museum
Johannes-Corputius-Platz 1
47051 Duisburg
Telefon. 0203 283 2640
www.stadtmuseum-duisburg.de

Häuser der Weisheit – Wissenschaft im Goldenen Zeitalter des Islam

Im 9. Jahrhundert gründete der Abbasiden-Kalif al-Ma’mun aus Freude am Wissen in Bagdad das „Haus der Weisheit“, in dem er antike Texte übersetzen ließ. Alle wissenschaftlichen Schriften, derer man habhaft werden konnte – vor allem griechische sowie persische und indische Autoren – wurden ins Arabische übertragen und die Ideen und Erkenntnisse mit Hilfe eigener Beobachtungen und Experimente verfeinert und weiterentwickelt.

Die Wissenschaftler damals saßen nicht nur in Bibliotheken; vielmehr arbeiteten sie in Krankenhäusern, waren am Bau der Sternwarte von Bagdad oder bei der Erstellung einer neuen Weltkarte beteiligt – und legten so die Fundamente für zahlreiche der heutigen, weltweit gültigen Fachdisziplinen bzw. erweiterten das bereits vorhandene Wissen.

Ab dem 10. Jahrhundert gelangten die arabischen Schriften vor allem über Spanien nach Europa. Diese Texte stellten für die damaligen Gelehrten einen für sie kaum fassbaren Schatz dar! Die Inhalte beeinflussten die Geschichte der Wissenschaften, hatten aber auch Auswirkungen auf das Alltagsleben. Bis heute sind viele Wörter in den europäischen Sprachen arabischen oder persischen Ursprungs, dazu gehören im Deutschen etwa „Alkohol“ und „Algorithmus“, aber auch „Kiosk“ und „Magie“.

In der Ausstellung werden nicht nur die Entwicklungen im arabisch-persischen Raum dargestellt, sondern es geht auch um die Wege, auf denen die dort gewonnenen Erkenntnisse nach Europa gelangten – und in welcher Form sie hier in der Renaissance aufgegriffen und weiterentwickelt wurden. Themen der Ausstellung werden Astronomie, Geografie, Nautik, Medizin, Chemie, Physik und Mathematik sein.

Die Themen werden durch zahlreiche Exponate aus der Sammlung des Frankfurter „Instituts für Geschichte der Arabisch-Islamischen Wissenschaften“ (IGAIW) erfahrbar. Diese Exponate umfassen funktionsfähige Modelle und Experimentalanordnungen aus der Zeit vom 9. bis 16. Jahrhundert, die nach den Angaben und Skizzen der alten Gelehrten angefertigt wurden. Zusammen mit ausgewählten Originalen bieten die Stücke einen Überblick über das umfangreiche Spektrum der Wissenschaften im „Goldenen Zeitalter des Islam“.

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