Spielbranche in Duisburg - schwere Zeiten

24.10.2018 - 10:08 Uhr

Noch immer gibt es in Duisburg eine Glücksspiel-Branche, die ein großes Publikum erreicht. In den vergangenen Jahren rangierten die jährliche Umsätze in der Stadt deutschlandweit auf dem dritten Platz. Nur Stuttgart und Berlin ziehen mit ihren Spielangeboten mehr Besucher an. Nun kommen aus wirtschaftlicher Sicht jedoch schwere Zeiten auf die Verantwortlichen zu, die sich besonderen Herausforderungen zu stellen haben.

Gäste wechseln ins Internet

Inzwischen fällt es den Betreibern schwer, ihre Kunden mit dem vielseitigen Angebot zu erreichen. Die klassischen Spiele in der gehobenen oberen Etage dienen in Duisburg noch immer als sozialer Treffpunkt. Durch eine gehobene Einrichtung und den entsprechenden Dresscode gelingt es dort seit Jahren, ein gewisses Flair zu erzeugen. Doch die Gäste, die sich deswegen für den Weg ins Casino entscheiden, werden immer weniger. Grund dafür sind vor allem die Online Casinos, die ein überzeugendes Angebot offerieren. Das Rizk Casino überzeugt die Besucher etwa mit einem Bonus für die erste Einzahlung. Damit übertreffen die digitalen Anbieter nicht nur den Komfort der klassischen Angebote. Da sie niedrigere Kosten auf ihrer Seite haben, können sie den Spielern inzwischen auch finanzielle Vorzüge bieten. Diese tragen einen Teil zur aktuellen Beliebtheit bei. Bislang waren die Casinos nicht dazu in der Lage, mit höheren Auszahlungsquoten dagegenzuhalten. Dies liegt etwa an höheren Kosten durch die angemieteten Flächen und das angestellte Personal.

Das Restaurant Inside hat bereits geschlossen

Deutlich zeigt sich der Niedergang der Szene am Beispiel des Restaurants Inside. Dieses musste seine Pforten zuletzt für die Besucher schließen, nachdem es über mehr als zehn Jahre zu den festen Institutionen des Casinos im Zentrum zählte. Schon bei der Eröffnung handelte es sich um einen Versuch, den Wert klassischer Casinos zu betonen. Günstige und qualitativ hochwertige Speisen sollten den Spielern einen zusätzlichen Anreiz bieten, um den Weg auf sich zu nehmen. Nun bietet sich nicht mehr die Möglichkeit, sich auf kulinarischer Ebene den Spielern zu nähern. Das Casino selbst begründete den Schritt mit dem aktuellen Kostendruck. So wäre es möglich, das Angebot insgesamt freier zu gestalten und die allgemeinen Kosten zu senken. Die Konzentration soll in den kommenden Jahren wieder allein dem Spiel selbst gelten. Doch ob es ohne das Inside als einstiges Aushängeschild möglich ist, wieder zu der alten Stärke zu finden, ist aktuell fraglich. Nun soll an jedem zweiten Sonntag ein Brunch vor Ort angeboten werden, um nicht ganz auf diese Einflüsse verzichten zu müssen. Dass damit eine Reduktion des Angebots verbunden ist, dürfte den Verantwortlichen dennoch klar sein. ​

Ein Dorn im Auge der Stadt

Auch die Politik blickt seit längerer Zeit mit großer Aufmerksamkeit auf die Spielindustrie. Mit der Westspiel GmbH ist das Land NRW direkt in das Geschehen involviert. Die Umsätze der eigenen Casinos tragen bereits seit Jahren einen Teil zur Finanzierung des Haushalts bei. Auf diese Weise wurde stets ein finanzieller Anreiz für den Verbleib in der Szene geschaffen. Gleichzeitig leidet auch die Westspiel GmbH aktuell unter den neuen Strukturen in der Branche. In den kommenden Jahren könnte es aufgrund der Umstrukturierung schwer werden, die Gewinne weiter konstant zu halten und für einen regen Fluss der Gelder zu sorgen. Während das Land NRW also ein großes Interesse daran haben kann, die Casinos weiter am Laufen zu halten, ist die Fülle des Angebots inzwischen ein Dorn im Auge der Stadt. Denn neben der großen Spielbank in der Stadtmitte gibt es viele weitere Angebote vor Ort. Zu nennen ist hier etwa eine ganze Reihe von kleinen Spielhallen, die keineswegs Wert auf ein edles Flair legen. Häufig machen sie in der
Stadt mit großen Reklamen auf sich aufmerksam. Da das Stadtbild auf diese Art und Weise klar geprägt wird, denken die Verantwortlichen bereits über eine mögliche Einschränkung der Branche
nach.

Kommt die Distanzierung?

Aus der Sicht der Stadt spräche nichts dagegen, einige neue Gesetze auf den Weg zu bringen, die sich der Verbreitung der Spielangebote widmen. Dabei wäre es zum einen möglich, einen Mindestabstand von 300 Metern zwischen den Filialen zu schaffen. Dieser würde sicherstellen, dass die Dichte des Angebots nicht mehr weiter zunehmen kann. Darüber hinaus sehen die Pläne in anderen Bundesländern bereits vor, auch Kinder und Jugendliche vor dem Einfluss des Spiels zu schützen. So soll es in Zukunft nicht mehr erlaubt sein, die Filialen näher als 300 Meter an Bildungseinrichtungen wie Grundschulen oder Universitäten zu eröffnen. Noch gibt es jedoch keine Informationen dazu, ob ein solches Modell in Zukunft auch den von den Beteiligten ersehnten Erfolg mit sich bringt. Bislang gibt es viele Fragezeichen zur zukünftigen Rolle der Spielbranche. Die aktuelle Situation in Duisburg macht ein weiteres Mal deutlich, wie wichtig es aktuell ist, sich der Sache anzunehmen. Doch nur unter der Voraussetzung, dass die Beteiligten trotz finanzieller Verstrickungen ins Handeln kommen, ließe sich an der aktuellen Ausrichtung etwas ändern. Ansonsten könnte der zunehmende Konkurrenzdruck seine volle Kraft entfalten.​

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