„Duisburger Juden im Ghetto Litzmannstadt“

Polen, Ghetto Litzmannstadt, Torposten. Quelle: Bundesarchiv, Bild 101I-133-0703-30 / Zermin / CC-BY-SA 3.0
Polen, Ghetto Litzmannstadt, Torposten. Quelle: Bundesarchiv, Bild 101I-133-0703-30 / Zermin / CC-BY-SA 3.0

Das Duisburger Zentrum für Erinnerungskultur lädt am kommenden Mittwoch (21. Oktober 2015) um 19 Uhr zu einem weiteren Abendvortrag in das Kultur- und Stadthistorische Museum ein. Dort wird seit April des Jahres die Sonderausstellung über das jüdische Leben in Duisburg von 1918 bis 1945 gezeigt.

Hildegard Jakobs, Stellvertretende Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, berichtet von den deportierten Juden, die ab Oktober 1941 von Düsseldorf aus in das Ghetto Litzmannstadt, südwestlich von Warschau, gebracht wurden. Unter den 1003 Deportierten des ersten Transports waren auch 64 Menschen, die einen direkten Bezug zu Duisburg hatten. Nur einer von ihnen konnte 1945 die Befreiung erleben.

Aus einem zensierten Brief aus Litzmannstadt nach Duisburg, datiert auf den 16.12.1941: “Vater hat hier Arbeit bekommen und verdient die Woche zwölf Mark. Liebes Kind teile uns bitte mit, ob du hast von Dr. Neumark etwas Geld erhalten, sonst nichts neues. Viele Grüße und Küsse von deinen dich liebenden Eltern“,

Die Referentin schildert, welche Erfahrungen die deportierten Menschen machen mussten und wie der Alltag in diesem zweitgrößten Ghetto des Deutschen Reiches aussah. In einem langjährigen Forschungsprojekt hat Hildegard Jakobs Fotografien, Briefe und zahllose Dokumente zusammengetragen. So wird ein individueller Blick auf die Menschen, ihr Leid und ihre Überlebenshoffnungen im Ghetto gelenkt. Es entsteht ein eindringliches Zeugnis des Völkermordes an den europäischen Juden, der auch in den Duisburger GESTAPO-Listen sorgsam dokumentiert wurde.

Eintritt: 4,50 Euro/ erm. 2 Euro, Anmeldung nicht erforderlich
Kultur- und Stadthistorisches Museum,
Johannes-Corputius-Platz 1
47051 Duisburg
Telefon. 0203 283 2640
www.stadtmuseum-duisburg.de

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