Valkental

5G in Deutschland – was bedeutet das für unsere digitale Landschaft?

13.08.2020 | Unternehmen

Funkmast

Die gute Nachricht vorweg: Schnelles mobiles Surfen mit 5G erfreut sich großer Beliebtheit. Ein halbes Jahr nach dem Start des ersten 5G-Netzes gab es bereits vier Millionen Nutzer und bis zum Ende diesen Jahres wird die Zahl voraussichtlich fünf Millionen erreichen.
Und nun zu den schlechte Nachricht: Die Zahlen stammen nicht aus Deutschland, sondern aus Südkorea, wo im April des vergangenen Jahres das weltweit erste kommerzielle 5G-Netz gestartet wurde. Kurz nach den Koreanern folgten Anbieter in China und den USA. Der US-amerikanische Anbieter Verizon plant beispielsweise, bis Ende diesen Jahres 5G-Dienste in 30 Städten anzubieten. Wie Steht es also um Deutschland, wo man mit Verlaub sagen kann, man hat es auf Jahre hinweg versäumt, die digitale Trendwende einzuleiten. Ein Blick auf aktuelle Entwicklungen.

Seit 2016 schon am Ball

Im Herbst 2016 startete die Bundesregierung ihre 5G-Initiative für Deutschland, die einen Aktionsrahmen darstellt, welcher den Einsatz von 5G-Netzen und die frühzeitige Entwicklung von 5G-Anwendungen unterstützen soll. Die 5G-Strategie der Bundesregierung beschreibt den Kontext und die Handlungsfelder beim Ausbau von 5G-Netzen in Deutschland im Zeitraum bis 2025, wir sind nun also etwa auf halbem Weg da. Doch ist es wirklich realistisch zu glauben, dass wir schon in fünf Jahren hochwertiges 5G haben werden? Selbst in Regionen, die heute noch kaum haben? Besonders der Osten der Bundesrepublik ist dabei ja nachhaltig betroffen. Fakt ist nur: alleine geht es nicht.

In enger Kooperation…oder doch nicht?

Weitere wichtige technische Aspekte von 5G in Deutschland, die auch im Kontext der LTE-Entwicklung eine Rolle spielen, sind die Signalübertragung im Vollduplexmodus. Die Anforderungen der Standardisierungsgremien sind entscheidend für die Entwicklung von Chipsätzen, die zur Verarbeitung der Daten verwendet werden in Funkmodulen und Endbenutzergeräten. Die Entwicklung einer neuen Generation von Chips dauert meist zwischen einem und zwei Jahren. Damit die Chipsätze für 5G aber rechtzeitig für die Einführung der 5G-Technologie ab 2020 verfügbar sind, müssen die Frequenzbänder, die für 5G verwendet werden sollen, frühzeitig und auf internationaler Ebene harmonisiert werden. Und genau hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Denn international stößt das ganze Projekt 5G aktuell auf fast taube Ohren. Bedingt auch durch sogenannte Verschwörungstheoretiker, die uns glauben lassen wollen, dass 5G in die menschliche Privatsphäre eingreift, bildet sich viel Widerstand. Dies war allerdings bis vor einiger Zeit in vielen Bereichen des kulturellen Lebens der Fall. Man denke dabei an sogenannte Chemtrails in der Luft oder auch der Besuch von Pokerseiten im Netz – am Ende hat sich gezeigt, dass alles halb so wild ist und man das Leben doch einfach genießen solle.

Ein Blick voraus

So oder so aber muss Deutschland relativ schnell in die Puschen kommen, um den Anschluss an das digitale Europa nicht noch mehr zu verlieren. Schon jetzt laufen ihnen viele kleine Länder den Rang ab – man schaue einfach mal ins Baltikum oder nach Skandinavien – sodass man bereits einige Jahre hinterherhängt. An sich wäre der Rest des aktuellen Jahres ideal, um mit vereinten Kräften die digitale Trendwende endlich nachhaltig einzuleiten. Aber es gibt schon jetzt viele, die wahrscheinlich zu recht vermuten, dass auch 2021 noch nichts Neues zu berichten gilt. Warten wir es ab.