Das ist der Innenhafen nach 30 Jahren

07.07.2019

The Curve

Irgendwie ist es kaum zu glauben, dass es schon bald 30 Jahre her ist, seit der Stararchitekt Sir Norman Foster seine Pläne für die Umgestaltung des Duisburger Innenhafens präsentiert hat. Doch irgendwie sind sich die Duisburger nicht so ganz einig, was sie davon nun halten sollen. Während die Büroräumlichkeiten sehr willkommen scheinen und auch tatsächlich laufend komplett vermietet sind, sieht es in anderen Sparten ein wenig anders aus. Gerade was die Gastronomie angeht, vernimmt man, dass durchaus noch Luft nach oben wäre – Potenzial, das es auszuschöpfen gilt.

Immerhin sind auch die zahlreichen neu gebauten Wohnungen ebenfalls laufend vermietet. Wenn man betrachtet, wie sich die Bevölkerungszahlen der Stadt Duisburg entwickeln, ist dies überhaupt keine Selbstverständlichkeit. Viele ehemalige Bewohner haben Duisburg den Rücken gekehrt, so wie dies auch einige größere Unternehmen getan haben. Diese Einwohner sind nun ihren früheren Arbeitsplätzen woanders hin gefolgt, zum Beispiel nach Düsseldorf. Obwohl solche Abgänge gerade auch für die Stadtkasse eine Einbuße bedeuten, sind sie allerdings auch immer wieder eine Chance für andere Unternehmen, die so einen guten Platz finden können.

Der Wandel nach dem Wandel

Zugegeben, einige Einrichtungen im Innenhafen haben sich als nicht sehr zweckdienlich erwiesen, spätestens nach dem Abgang einiger größerer Unternehmen. Doch man lässt keine Not entstehen, sondern setzt auf Tugend. Wo einst Großraumbüros gefragt waren, setzen lokale Unternehmer viel mehr auf kleinere Büroflächen. Dies bringt einen gewissen Aufwand für den Umbau mit sich, hilft dem Innenhafen allerdings, sich weiter zu entwickeln. Schließlich kommen auch die lokalen Firmen nur hierher, wenn auch für sie die Bedingungen stimmen. Das heißt aber auch, dass nicht nur die Bürofläche, sondern auch der Rest stimmen muss.

Und genau dort tut sich der Innenhafen immer noch ein wenig schwer. Schließlich wollen die Arbeitnehmer im Innenhafen nicht einfach nur arbeiten und schlafen. Sie wollen auch mit ihrer Freizeit sinnvolle Dinge anstellen können. Sie wollen über den MSV und seine Leistungen diskutieren, die besten Roulette Strategien austauschen, oder einfach einen Kaffee in der Sonne genießen können. Die Unsicherheit, mit der die Gastronomie in dieser Gegend in den vergangenen Jahren einfach auszukommen lernen musste, macht es allerdings nicht einfach, ein konstantes Angebot auf die Beine zu stellen.

Noch ist nicht alles fertig

Seit 1990 mit der Umgestaltung des einstigen Hafengeländes begonnen hat, ist viel Wasser die Ruhr und den Rhein hinunter geflossen. Genug Wasser, um in bald 30 Jahren die Umgestaltung fertig werden zu lassen. Doch dem ist nicht ganz so. Dem sogenannten “Eurogate” fehlten stets die Investoren, sodass schließlich 2016 ein anderes Projekt ins Leben gerufen wurde. The Curve nennt sich das neue Gebäude, mit dem der Innenhafen definitiv die Kurve kriegen will. Es wird ein Hotel, Büros und bis zu 100 Wohnungen enthalten – an bester Lage.

“The Curve” soll den krönenden Abschluss der Arbeiten zur Umgestaltung des Innenhafens bilden, doch freilich geht nicht immer alles so einfach wie man denkt, gerade wenn man am Wasser baut. Entsprechend hat sich der Baubeginn bisher schon mehrfach hinausgezögert. Doch dank der Hilfe ausgerechnet von Entwicklern aus Düsseldorf sieht es so aus, als ob hinter der Promenadentreppe dennoch bald die Umgestaltung des Innenhafens abgeschlossen werden könnte. Investoren für ein solches Projekt zu gewinnen, ist stets keine einfache Aufgabe, doch mit den richtigen Visionen und viel Ausdauer ist einiges möglich.