“Jugend interpretiert Kunst” Preisverleihung

14.02.2013 | Kultur

Jugend interpretiert Kunst
Der 1. Preis in Höhe von 5.000,- EUR ging an das Georgius-Agricola-Gymnasium, Chemnitz

Bereits zum zwölften Mal in Folge vergab das MKM Museum Küppersmühle den Deutsche Bank Stiftung Jugend-Kunst-Preis. Auch 2012 hatten sich wieder 20 Schulklassen aus ganz Deutschland mit ihren Wettbewerbsbeiträgen und damit
ihren Antworten auf die zeitgenössische Kunst im MKM der Bewertung der Jury gestellt.

Wie jedes Jahr waren alle 20 Teilnehmerklassen bei der Preisverleihung dabei und erwarteten mit Spannung die Bekanntgabe der Preisträger dieses bundesweit höchst dotierten Kunstwettbewerbs für Schulen. In diesem Jahr gehen die Preise nach Chemnitz, München und Arnsberg. Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, zeichnete die Gewinner mit dem Deutsche Bank Stiftung Jugend-Kunst-Preis 2012 aus.

Die Jury, bestehend aus den Künstlern Anthony Cragg und Abraham David Christian, Susanne Kleine, Kuratorin und Ausstellungsleiterin der Bundeskunsthalle, Bonn, MKM-Direktor Walter Smerling und der Sammlerin Sylvia Ströher, zeigte sich beeindruckt von der Qualität der eingereichten Beiträge und bewertete Engagement und Kreativität der Schüler und Schülerinnen durchweg als positiv. Nach intensiver Diskussion hat die Jury ihre Entscheidung über die Vergabe der Preise wie folgt getroffen:

Der 1. Preis in Höhe von 5.000,- EUR ging an das Georgius-Agricola-Gymnasium, Chemnitz für die aus vielfältigen Techniken gestaltete Arbeit „Ohne Titel“. Entscheidend war das stimmige Zusammenspiel des individuellen Ausdrucks, der persönlichen Handschriften, der gestalterischen Vielfältigkeit und einer zarten, aber intensiven und klugen Inszenierung. Auch die Präsentation der Arbeiten stellte einen sehr guten Bezug zu den Räumlichkeiten des MKM dar. Der Beitrag reflektiert die Gedankenwelt der jungen Menschen in ihrer intensiven Suche nach Antworten auf wichtige Fragen ihres Lebens. Ausgelöst durch die Inspirationen im MKM und basierend auf ihrer persönlichen Geschichte haben sie sich eindringlich mit Fragen der Vergangenheit, der zeitgemäßen Wahrnehmung und der Zukunft beschäftigt. Das Ergebnis zeigt, dass die Schüler eine Fülle von einzelnen Impressionen verarbeitet und während eines längeren Schaffensprozesses in einer Vielzahl von Einzelwerken umgesetzt haben. Am Ende wurden die Blätter zu einer Einheit zusammengefügt und – als Teil eines Ganzen – präsentiert.

Den 2. Preis in Höhe von 2.000,- EUR erhielt das Erasmus-Grasser-Gymnasium München für die Arbeit „Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist Gold!“.

Die differenzierte Auseinandersetzung mit dem Werk von Anselm Kiefer im MKM wurde assoziativ und damit sehr authentisch in einer raumfüllenden Videoinstallation inszeniert. Die Betrachtung eines speziellen Kunstwerkes ergab bei den Schülerinnen und Schülern eine entlehnte, aber dennoch frei assoziierte Gedankenwelt, die sie phantasievoll in eigene Bildkompositionen umsetzen. Nicht die Kopie eines Kunstwerkes war ihr Ansinnen, sondern eine „Nach-Richtung“. Sie leisten einen eigenständigen künstlerischen Beitrag, welcher in der gestalterischen Umsetzung ein Gegensatz zum Ausgangsbild darstellt und sogar eine scheinbare konträre Position bezieht. Nur eine kleine Referenz verweist konkret auf den Künstler als Ausgangspunkt ihrer Spurensuche. Mit diesem Beitrag leisten die Schüler eine höchst eigenständige Hommage, Interpretation ihrer Auseinandersetzung mit Kunst.

Der 3. Preis in Höhe von 1.000,- EUR ging an das Gymnasium Laurentianum, Arnsberg für die Arbeit „Ohne Titel“.

Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre intensive Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Kunstwerken der Sammlung und des Wechselausstellungsbereichs eindrucksvoll dokumentieren. Die individuelle Beschäftigung eines jeden einzelnen Schülers wird in der Präsentation umgewandelt in ein Gemeinschaftswerk. Es arbeitete also jeder für sich, unabhängig vom anderen und wirkt dennoch im gemeinschaftlichen Auftritt geschlossen. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury ist die inhaltliche wie formale Verbundenheit der Einzelbeiträge, die ein stimmiges Gemeinschaftsbild ergeben.

Unabhängig vom Wettbewerbsergebnis zeigt das Museum Küppersmühle vom 15. bis 28. Februar 2013 eine Gruppenausstellung mit den Arbeiten aller 20 teilnehmenden Schulen aus Alzey (RP), Arnsberg (NRW), Chemnitz (SN), Delbrück (NRW), Duisburg (NRW), Eschwege (HE), Gelsenkirchen (NRW), Herzogenrath (NRW), Kiel (SH), Marbach (BaWü), München (BY), Münster (NRW), Ottersberg (NI), Paderborn (NRW), Stralsund (MV), Trier (RP), Waldstetten (BaWü), Wermelskirchen (NRW), Wertingen (BY) und Würzburg (BY). Interessierte sind herzlich eingeladen, sich anhand der außergewöhnlich kreativen Wettbewerbsbeiträge von den Leistungen der Schüler und Schülerinnen zu überzeugen!
© MKM, Fotos: Georg Lukas, Essen