Valkental

Und nach der Schule? – Tipps zur Jobfindung

28.10.2021 | Unternehmen

Weg finden
Bild von Eluj auf Pixabay

Dieses Gefühl von Leichtigkeit nach der letzten Prüfung vergisst wohl niemand so leicht in seinem Leben. Doch die Ratlosigkeit, was die Berufswahl angeht, trübt die Freude bei vielen. Das muss nicht so sein, denn eigentlich steht jungen Schulabgängern jeder Schulstufe die Welt offen.

Ausbildung oder weiterführende Schulen

Haupt- und Realschüler haben die Möglichkeit, Gewerbeschulen oder Berufskollegs zu besuchen und den nächsthöheren Schulabschluss anzustreben. Meist enthält dieser auch bereits eine Art „Vorqualifikation“, die auf eine Berufsausbildung angerechnet wird. Hauptschüler, die an einer Pflegeschule weiter lernen, können mit erfolgreichem Abschluss, direkt ins zweite Jahr der generalisierten Pflegeausbildung einsteigen. Gewerbeschüler die sich dann für ihre technische oder handwerkliche Fachrichtung entscheiden, haben ebenfalls diese Option in ihren Ausbildungsberufen.

Wer unentschlossen ist, macht mit einer weiterführenden Schule gewiss keinen Fehler. Es ist außerdem ratsam, sich mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur und Jobratgebern von Dienstleistern auseinanderzusetzen. Es geht ja nicht nur darum, irgendwie weiterzumachen, sondern einen Platz im Leben zu finden, an dem man sich persönlich entfalten kann und den man langfristig gerne einnehmen möchte.

Angebote wie ein BVJ oder FSJ helfen, Gewissheit zu finden, ob man für einen Berufszweig geeignet ist. Während das Berufsvorbereitungsjahr sich an die technischen und handwerklichen Berufe richtet, ist das FSJ im sozialen Bereich angesiedelt. Letzteres steht unter dem Generalverdacht, ausschließlich in der Pflege eingesetzt zu werden, dabei bietet das Freiwillige Soziale Jahr unglaublich viele Einsatzmöglichkeiten, von Umweltschutz über Bildung bis hin zur Pflege.

Abiturienten sehen im BuFdi (Bundesfreiwilligendienst) oder FSJ ihre Chance, Zeit bis zum Studienbeginn zu überbrücken. Vor allem, wenn ein Numerus clausus zu Wartezeiten zwingt, können Praxiseinsätze helfen, sich auf das Studium vorzubereiten. Wer beispielsweise Medizin studieren möchte, kann mit einem Einsatz in der Pflege punkten.

Studieren aber was?

Abiturienten sind oft unentschlossen, was die Studienrichtung angeht. Die Zahl der Studiengänge ist in den letzten Jahrzehnten tatsächlich enorm gestiegen. Das hat zum einen mit den Entwicklungen der Gesellschaft, der Technik und der Globalisierung zu tun, aber auch mit der fortschreitenden Spezialisierung in einzelnen Fachbereichen. Irgendwas mit Medien, kann Mediendesign bedeuten, aber auch Medienpsychologie. Sicher ist die Medienbranche eine mit den meisten Spezialisierten Studiengängen, doch ob man Immobilien, Wirtschaft oder Sicherheit eingibt, jede Branche hat zahlreiche Studiengänge.

Für die Studienplatzfindung empfiehlt es sich, Interessenstests zu machen und sich ganz eingehend damit zu beschäftigen, welche Potentiale vorhanden sind und welche eingesetzt werden sollen. Hierfür können ebenfalls Studienberater bei Arbeitsagentur oder Dienstleistern konsultiert werden.

Mit dem Hobby zum Beruf

Den Traum, sein Hobby zum Beruf zu machen, möchten sich vor allem Menschen mit besonderen Talenten gern erfüllen. Wer sehr gut zeichnen kann, möchte Grafikdesign studieren. Sänger sehen sich in Musicals singen. Was lange hochgelobt wird, kann schnell frustrierend werden, wenn es Kritik hagelt. Unter zahlreichen normal Talentierten richtig gut zu sein, ist anders, als mit anderen Talenten verglichen zu werden. Während Lob motiviert, kann das Gefühl, bei den Guten der Durchschnitt zu sein, ganz schön demotivieren und die Freude am Hobby nehmen.

Das gilt nicht nur für kreative Berufe. Selbst Hobbyköche, die sich im Lob von Freunden und Angehörigen sonnen, ächzen unter der täglichen Last, säckeweise Zwiebeln zu schälen und sich von Gästen an den Tisch zitieren zu lassen, weil etwas Salz fehlt, wenn sie dies beruflich ausüben.

Es kann eine Möglichkeit sein, sein Hobby zum Beruf zu machen, doch die Gefahr, ein Hobby zu verlieren, ist hier sehr groß.

Work & travel oder Au pair

Während Reisen teuer ist, sagt work & travel aus, dass die Arbeit das Geld in die Kasse bringt, um weiterreisen zu können. Viele junge Menschen nutzen dies Konzept und profitieren sehr davon. Meist ist es die erste längere Zeit, die sie selbstverantwortlich und fern von den Eltern verbringen. Sie reifen durch die Erfahrungen, erleben Abenteuer, die ihnen im ganzen Leben niemand mehr nehmen kann und ganz nebenbei verbessern sie ihre Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz. Gleiches gilt für Au pair, die in privaten Familien leben und sich um Kinder und Haushalt kümmern. Allerdings sind die Abenteuer hier nicht ganz so vordergründig, wie es das Herumreisen in einem fremden Land oder gar durch mehrere Länder mit sich bringt.

Es ist jungen Menschen wirklich zu empfehlen, dass sie sich international umschauen, wenn sie nach der Schule arbeiten möchten. Natürlich finden sich auch am Wohnort Jobs, doch die Erfahrungen, die im Ausland gemacht werden, sind andere. Spätestens wenn das Leben Herausforderungen wie Nachwuchs, eigene Wohnung und diverse andere Verpflichtungen an einen stellt, wird oft bedauert, sich in der Jugend nicht „ausgetobt“ zu haben.

Praktika zur Berufsorientierung

Die kurzen Praktika in der Schulzeit sind lächerlich. Sie zeigen weder viel von dem Unternehmen, noch von dem Beruf, der im Praktikum präsentiert wird. Mit dem Ende der Schulzeit ist es möglich, sich auch einmal länger als drei Wochen in einem Unternehmen umzuschauen und für sich herauszufinden, wo die beruflichen Interessen liegen. Der Austausch, vor allem mit Auszubildenden oder jungen Berufstätigen hilft oft sehr viel mehr als ein Berufsvideo im Internet. Tatsächlich wirken sich Praktika positiv auf die Abbrecherquote aus, weil Auszubildende bereits wissen, was sie erwartet und nicht so schnell desillusioniert sind, wenn es nach Ausbildungsbeginn nur Hilfstätigkeiten zu erledigen gibt.

Ein weiterer Vorteil von Praktika ist der, dass Unternehmen ihre Azubis oder Werkstudenten auch gern aus ihren Praktikanten rekrutieren. Wem dies gelingt, der steigt bereits mit Beginn der eigentlichen Ausbildung oder des dualen Studiums auf einem höheren Level ein.

Fazit: Beruf und Job sind zwei unterschiedliche Dinge. Während Jobs nicht unbedingt von Dauer sein müssen, ist der Beruf ein Begleiter für eine lange Zeit im Leben. Daher ist es wichtig, sich mit seinen eigenen Interessen und Fähigkeiten zu beschäftigen und zu erkennen, welche Berufe passen und welche nicht. Junge Menschen sehen zwar meist nicht so deutlich, dass die Lebenszeit limitiert ist, doch Fehlentscheidungen in der Berufswahl können Lebensfreude und Lebensjahre kosten. Zahlreiche Ausbildungsabbrüche zerstören den Lebenslauf und nehmen reduzieren die Chance auf eine weitere Ausbildungsstelle. Durchziehen und dann eine neue Ausbildung zu absolvieren, wird zwar durchaus geschätzt, ist aber auch verlorene Lebenszeit. Lieber etwas länger in der Orientierungsphase bleiben, als vorschnelle Entschlüsse bereuen zu müssen!